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Die letzte Legion

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 24.01.08


Cover Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Historienstoffe ungeachtet ihres leidlichen Erfolgs an den Kinokassen zum Leib- und Magenthema in Hollywood avanciert sind. Mitgetragen wird dies vom Fantasy-Boom, der seit dem Megaerfolg der „Herr der Ringe“-Trilogie den Wunsch auf Wiederholung nährt. Warum also nicht einfach die Klingen beider Sujets kreuzen? An historischen Ungenauigkeiten stört sich das Publikum sowieso nicht, schließlich meiden Bildungsbürger solche Filme. „Die letzte Legion“ zeigt warum.

Fast 70 Millionen Dollar wurden aufgebracht, um dies zugegeben aufwändig gestaltete, inhaltlich aber ebenso triviale Abenteuer auf Zelluloid zu bannen. Die vorpubertäre Klientel lässt sich damit leicht um den Finger wickeln, bekommt sie doch jugendfreies Entertainment mit allem geboten, was die Fantasie so ankurbelt. Aufrechte Helden, durchtrieben Schurken, klirrende Schwertduelle und üppige Schlachtszenarien, dazu eine gleichaltrige Identifikationsfigur. Gerade die aber bohrt jenseits angesprochener Altersgruppe rasch an den Nerven.

Die Geschichte ist anbei sprunghaft und klischeeüberladen: 460 nach Christus wird Romulus (Thomas Sangster, „Tristan + Isolde“) kindlicher Kaiser des römischen Reiches. Weil die Produzenten aber zur Kurzweil mahnen, erobern bald die Goten Rom und verbannen den jungen Regenten auf eine Feste, wo er sich mit Hilfe des altklugen Mentors Ambrosinus (Ben Kingsley, „Sexy Beast“) ein sagenumwobenes Schwert findet. Nach der Befreiung durch den tapferen Aurelius (Colin Firth, „Tatsächlich Liebe“) und seine Getreuen reist man nach Britannien aus, wo die verbliebene treue Legion um sich geschart werden will.

Regisseur Doug Lefler („Dragonheart II - Ein neuer Anfang“) räubert sich von „Robin Hood - König der Diebe“ bis „King Arthur“ durch alles, was das Märchenland der historisch markanten Heldenverehrung hergibt. Oscar-Preisträger Ben Kingsley darf dazu den Gandalf mimen, wirkt in seinem freudvollen Übereifer aber zumindest beschäftigter als bei vergangenen Engagements zur Alterssicherung. Den erforderlichen Schuss Romantik bringt Bollywood-Sternchen Aishwarya Rai („Und unsere Träume werden wahr“) ins Spiel und bürgt als byzantinische Amazone Mira zusätzlich für exotische Würze.

Kaum in Britannien angekommen, zieht man sich den Grimm des maskierten Tyrannen Vortgyn zu. Auch er zeigt reges Interesse an Schwert und Hüter, sähe er seine Macht damit doch legitimiert. Mit welcher altehrwürdigen englischen Sage sich das schlussendlich deckt, sollte bald auf der Hand liegen. Sinn macht das keinen, dafür aber nimmt sich das Spektakel nicht allzu ernst. Also geht es actionreich, mythisch und völlig hanebüchen in die Schlacht um Englands Schicksal, in der eigenen Heimat ist ja ohnehin Hopfen und Malz verloren. Ein reichlich tumber Film, der auf seine Weise großen Spaß macht. Sofern man ihn denn lässt.


Autorwertung: 4.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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