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Glück im Spiel

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 12.11.07


Cover Mit „L.A. Confidential“ wurde Curtis Hanson quasi über Nacht zum Star. Zwar war Hanson auch vorher schon in Hollywood ein Begriff („Die Hand an der Wiege“), doch erst mit dem Cop-Drama gelang ihm der große Durchbruch. Was folgte waren völlig unterschiedliche Filme. „Wonder Boys“ war hervorragend, ging aber an den Kassen unter, während im Rahmen von „8 Mile“ vor allem von Eminem die Rede war. Mit „In den Schuhen meiner Schwester“ betrat er dann ganz anderes Terrain, wo man nicht wusste, mit was genau man es nun zu tun hatte. In eine ähnliche Richtung geht auch sein letzter Film „Glück im Spiel“, der leider etwas halbherzig zwischen Melodram und Liebesgeschichte pendelt.

Als professioneller Pokerspieler in Las Vegas geht Huck Cheever (Eric Bana) keiner geregelten Arbeit nach, seine Tage verbringt er ausschließlich in den Casinos der Stadt. Das Glück war ihm zuletzt allerdings nicht hold, denn auch wenn er im Laufe einiger Stunden seine Einsätze locker vervielfacht, kommen ihm sein Ehrgeiz und seine mangelnde Gelassenheit in gewissen Situationen regelmäßig in die Quere. Als Rettung sieht er die „World Series of Poker“ an, bei denen er zugleich aus dem übermächtigen Schatten seines Vaters (Robert Duvall) treten kann, der bereits zweimal das Turnier gewann und mit dem Huck seit Jahren ein eher distanziertes Verhältnis pflegt. Zudem verliebt Huck sich in die Sängerin Billie (Drew Barrymore), die ebenfalls mit der ungezügelten Leidenschaft von Huck schnell Probleme bekommt.

Konnte Hanson bei „In den Schuhen meiner Schwester“ die Balance zwischen Drama und komödiantischer Unterhaltung noch wahren, so gelingt ihm dies in seinem neuen Werk „Glück im Spiel“ weniger. Im Vordergrund steht die Figur von Eric Bana („Hulk“, „Troja“), dessen ganzes Leben sich um Poker dreht. Das beinahe tägliche Auf und Ab seines Charakters stellt Bana überzeugend dar, welches im Grunde durch sein schlechtes Verhältnis zu seinem Film-Vater Robert Duvall („Der Pate“) begründet ist. Hier – als Charakterstudie bzw. Melodram – funktioniert der Film ausgesprochen gut.

Weitaus weniger gelungen ist die Liebesgeschichte um Eric Bana und Drew Barrymore („3 Engel für Charlie“). Warum beide Interesse für den anderen hegen, bleibt eine unbeantwortete Frage. Man lernt sich kurz kennen, wenige Zeit später ist quasi alles in Butter. Bis zum versöhnlichen Ende wird sich mehr als einmal getrennt, bedingt durch das eigennützige Verhalten von Eric Bana. Die Figur der Billie rückt dann zunehmend in den Hintergrund und muss dem Vater-Sohn-Verhältnis zwischen Bana und Duvall weichen. Mit einer Romantikkomödie im klassischen Sinne hat man es bei „Glück im Spiel“ nie zu tun, so dass Barrymore ihre Stärken nie ausspielen kann, es das Drehbuch ihr aber auch gar nicht gestattet.

Wer sich vom stetig steigenden Pokerboom angezogen fühlt, der wird hier vielleicht noch etwas lernen können. Anspruchsvollere Gemüter kommen sicherlich ebenso auf ihre Kosten, denn gerade das Zusammenspiel von Bana und Duvall ist das Kernstück des Films. Große Gefühle versprüht „Glück im Spiel“ hingegen nicht, was den Film leider auch etwas aus der Balance bringt.


Autorwertung: 6.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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