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Adjudgement (Dezember 2003)




Erst einmal Glückwünsche von unserer Seite zum zehnjährigen Bestehen von ADJUDGEMENT! Am besten stellt Ihr Euch für all diejenigen unter uns, denen Eure Existenz bislang entgangen ist einfach mal vor.


Besten Dank auch. Also, ADJUDGEMENT sind Ruven (Schießbudenbesitzer), Wilko ( elektrische Bassgitarre), Markus (Stromgitarre 1), Tim (Stromgitarre 2) und ich, Marc (Schreihals)


Wie schafft es eine unabhängige Band in der deutschen Musikwelt so lange und vor allem in der Urformation, abgesehen vom Zuwachs Tims als zweiten Gitarristen, zusammen zu bleiben?


Nun, es gibt einfach nichts schöneres, als mit Deinen besten Freunden durch die Gegend zu fahren und Auftritte zu spielen, Lieder zu schreiben und diese dann aufzunehmen. Tim und ich wohnen zusammen, Ruven mit uns im gleichen Haus. Dann sind Ruven und ich Brüder, Wilko unser Cousin und Markus hat Ruven bereits im Kindergarten kennen gelernt.


Standen einer steten Weiterentwicklung nicht individuelle Zukunftspläne und Berufswünsche im Wege?


Eigentlich nicht, da hatten wir bisher sehr viel Glück! J


Was treibt Ihr neben ADJUDGEMENT, um für finanzielle Auslastung zu sorgen?


Wilko arbeitet als Motorradschrauber, Markus ist Verpacker, Ruven arbeitet als Ingenieur und Tim und ich studieren eifrig.


Ihr habt in der ersten Jahreshälfte sämtliche Auftrittsmöglichkeiten ausgeschlagen, um Euch vollends in die Arbeit am neuen Album "At Two O'Clock" werfen zu können. Wie hat das Publikum Euch nach dieser doch recht ausgiebigen Zeit der Bühnenabstinenz aufgenommen, und vor allem welche Resonanzen auf das neue Material gezeigt?


Gut, das Publikum hat uns und auch die neuen Sachen gut aufgenommen. Wir bekommen auch sehr viele positive Resonanzen auf die „At Two O’Clock“. Vor allem von anderen Musikern, das tut echt gut.


Man spürt bei "At Two O'Clock" in jedem Augenblick, mit wie viel Herzblut Ihr hinter ADJUDGEMENT steht. Ist die Musik für Euch Lebenszweck und Ventil zur Aufarbeitung persönlicher Gefühlsregungen, oder einfach nur Ausgleichsbestrebung zum grauen Alltag?


Mehr Ersteres als Zweites. Natürlich freut man sich besonders auf einen Auftritt wenn die Woche vorher nichts Aufregendes passiert ist, aber es steckt doch mehr dahinter. Es war uns schon immer wichtig etwas mitzuteilen und da bietet sich ja kaum eine bessere Plattform an als eine Band.


Gerade im Bereich des Hardcore dominiert allzu oft finstere Attitüde das Erscheinungsbild einer Band. Wie weit liegen für Euch Spaß und ambitionierte Aussagekraft im Gefüge von ADJUDGEMENT zusammen?


Wenn mir etwas keinen Spaß macht, laß ich es. Natürlich sollte man sich über diverse Themen nicht lustig machen, aber deswegen das Lachen zu verlernen ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg.


Eure Texte bewegen sich immer nah an der Realität. Wie schwierig ist es, beim Verfassen eines Songkontextes nicht über altbackene Klischees und schulmeisternde Selbstgerechtigkeit zu stolpern?


Um ehrlich zu sein, ist es sehr schwer, Aussagen verständlich in einen Text zu packen und trotzdem nicht „platt“ rüberzukommen. Das ist ein Balanceakt. Das Nazis scheisse sind, wissen wir alle! Das Brandsätze auf Minderheiten fliegen, hat aber auch einige Hintergründe: z.B. Politiker aus der „Mitte“ unserer Gesellschaft, die Feindbilder kreieren und Ängste schüren, um bei der nächsten Wahl besser abzuschneiden.


Verbirgt sich eine Geschichte hinter dem Titel der Platte?


Ja, wir sollten eigentlich an einem Donnerstag um 2 Uhr im Rekorder/Hamburg die Platte aufnehmen. Leider hatte das Studio einen Brand und wir mussten sehr kurzfristig wechseln. Das hat den Ausschlag gegeben.


Wer zeichnet sich für das stimmige Artwork von "At Two O'Clock" verantwortlich?


Tim, der spielt auch Gitarre und steht mit Trecktor Traitment auf dem Sprung zur Selbständigkeit. Also, wenn mal wer was grafisches braucht... ;-)


Wie kam der Wechsel von "We Bite" zu "PCS Records" zustande?


Der Wechsel verlief nicht direkt von We Bite zu PCS Records. Zwischendurch hat das italienische Label Vacation House ja unseren zweiten Longplayer heraus gebracht. Das eher kleine DIY-Label PCS Records aus Leipzig wird von Nudge und Haschek betrieben. Beide spielen bei Farmer’s Boulevard und sind schon jahrelang Freunde von uns. Daher besteht ein Vertrauensverhältnis. Die Zusammenarbeit mit den größeren Labels war da anonymer und das wollten wir bei der „At Two O’Clock“ nicht.


Warum mußte als Coverversion auf "At Two O'Clock" gerade HELMETS/HOUSE OF PAINS "Just Another Victim" vom begnadeten "Judgement Night"-Soundtrack herhalten?


Weil es sehr viel Spaß macht, es zu spielen.


Wen würdet Ihr als Wegbereiter oder Vorbilder ADJUDGEMENTS einräumen, musikalisch wie inhaltlich?


Die äußerst genialen PROUD JUICE und die ebenso begnadeten SNORK würde ich als Wegbereiter nennen, bei denen wir mit unseren Liedern direkt angeknüpft haben.


Welchen musikalischen Auswüchsen fröhnt Ihr im privaten Bereich?


Klar hören wir die Musikrichtung, die wir ja auch selber spielen. Allerdings dürfen sich genauso Ekseption, Otis Redding und Bob Dylan gewissen Geschmäckern zuordnen lassen.


Ihr tourt noch bis Mitte November durch Deutsche Lande. Stehen bereits Ausflüge über die Staatsgrenzen hinaus ins benachbarte Europa an, oder werden zunächst einmal ausschließlich heimische Spielwiesen abgegrast?


Im Februar stehen eine kleine Tour durch Deutschland, Holland, Belgien und Österreich an. Wir freuen uns schon sehr darauf, vor allem, weil die zurück liegenden Konzerte super viel Spaß gemacht haben.


Im Laufe der Zeit habt Ihr auch im Ausland Anklang gefunden. Welche Regionen zeigten sich Eurem Stilismus gegenüber am aufgeschlossensten?


Es kommt immer darauf an, wo starke Szenen existieren. In Bratislava hatten wir unser intensivstes Konzert, aber auch Kroatien hat sehr viel Spaß gemacht.


Welche Ziele setzt Ihr Euch für die Zukunft und den Fortbestand von ADJUDGEMENT, bzw. welche Träume wollt Ihr für Euch noch verwirklicht sehen?


In Zukunft weiter coole Konzerte spielen, Texte und Lieder schreiben, nette Leute treffen und unsere Aussage und Musik zu anderen Menschen zu transportieren.


Wie würdet Ihr die deutsche Hardcoreszene charakterisieren?


Schwierig? Also, die deutsche Hardcoreszene ist schwierig und schwierig zu charakterisieren. Schau mal, es gibt da so viele Facetten in der Musik und Aussage, dass dürfte wohl eine kleine Geschichte werden... Nur so viel, es wird immer wieder Typen geben, die das alles nur als Modespaß und so herrlich einfach und unpolitisch/unkritisch betrachten. Meiner Meinung nach ist da schon ein gewisser Anspruch. Der kann und soll auch ruhig von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Nur das dieser gewisse kritische engagierte Anspruch vorhanden ist, das ist für mich ein muß!


Ist es für einen Künstler die größte Genugtuung, in seinem Spektrum ernst genommen zu werden?


Respekt ist eine sehr wichtige Eigenschaft. Wir respektieren das Publikum, deshalb geben wir immer alles auf der Bühne. Wenn das Publikum tanzt, applaudiert oder nur mit dem Kopf nickt... damit bekommen wir den Respekt zurück.


Abschliessende Worte zur Lage der Nation?


Ich zitiere da mal den Kollegen Sölti von Hammerhai: Die Lage ist hoffnungslos, aber keineswegs ist sie ernst!


Wer Eure Platte erwerben oder einfach Kontakt mit Euch aufnehmen möchte, der wende sich vertrauensvoll an...


http://www.pcs.rockt.de



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