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Anti-Flag (Interview Oktober 2003)



Viel wurde über das neue Album „The Terror State“ von ANTI-FLAG gesprochen, nicht nur weil es sich thematisch mehr als nur ansatzweise mit George W. Bush sowie seinen politischen Aktivitäten auseinandersetzt, sondern sicherlich auch, weil niemand geringeres als Tom Morello mit der Band im Studio verweilte. Am 21.10. war es dann soweit und „The Terror State“ erschien. Grund genug uns mit der Band, genauer gesagt mit Bassist und Sänger Chris, über das Album, Bush und den „Terminator“ zu unterhalten. In einem mehr als lockeren Telefonat musste man gar nicht viele Fragen stellen, denn Chris zeigte sich sehr freundlich und gesprächsbereit.


Hi Chris, schön das ich ich Dich an der Leitung habe. Wie geht es Euch?


Oh, uns geht’s gut. Ein wenig stressig weil wir hier ein Interview nach dem anderen über die Bühne bringen aber sonst ist alles bestens.


Zuallererst eine Frage Richtung Justin. Wie geht es ihm nach seinem Unfall während Eurer letzten Europa Tour?


Justin geht es wieder prima und alles ist in Ordnung. Wir haben wieder Shows gespielt und es tut gut das er wieder dabei ist. Es geht aber nun auch wieder kräftig los, denn die kommenden Monate sind wir eigentlich immer auf Tour und werden auch im Februar für drei Wochen in Europa touren.


Gibt es schon Pläne wer mit Euch rüberkommt oder werden das eher Bands von hier sein?


Das weiß ich noch gar nicht, bisher steht nur fest das wir kommen und eine Headliner-Tour absolvieren. Alles weitere wird sich im Laufe der Zeit zeigen.


Im Vorfeld gab es ja einige Kontroversen wegen dem Cover zu „The Terror State“. Habt Ihr diese Kritik und auch Zensur erwartet und auch irgendwie herausgefordert?


Es kursierten so viele dumme wie gelogene Geschichten um das Cover, dass wir ja vor kurzem ein offizielles Statement veröffentlicht haben. Wir haben auf jeden Fall nicht irgendwelche Anfeindungen provoziert oder geplant. Das es dann so gekommen ist stört uns erst einmal nicht allzu viel, denn wir denken immer noch das das Cover nicht das entscheidene an „The Terror State“ ist. Die eigentliche Idee, die Texte, die Fußnoten, die Songs und das Booklet stehen natürlich darüber und nur weil irgendwelchen Leuten das Cover zu böse ist, stören wir uns nicht groß daran. Dann wird es halt in einigen größeren Läden nur in einer entschärften Version gekauft, aber in kleineren Läden oder auf unseren Konzerten gibt es das Original. Vielleicht werden dann einige die nur die geschwärzte Version im Laden sehen die Verkäufer darauf ansprechen, was natürlich auch in unserem Sinne ist. Wir stören uns also nicht wirklich groß daran.


Wer hatte die Idee zu dem Cover?


Also die Idee dazu stammt schon von uns, wir haben allerdings einen Art-Director namens Frank, der die Fotos dazu gemacht hat.


Warum sieht man ein kleines Mädchen und keinen Jungen darauf?


Wir wollten das ganze noch etwas verstärken indem wir ein kleines Mädchen genommen haben. Es sollte den ganzen Effekt noch etwas verstärken und böser wirken, denn genau das soll das Album ausdrücken. Bush verkündet im TV er will den Frieden, ist aber die Person, die weltweit mit Abstand die meisten Waffen befördert. Es soll ein wenig Angst machen und da ist das Mädchen sicherlich ein größerer Schock als ein Junge.


Würdest Du mir zustimmen wenn ich sage das diese Meldungen im Bezug auf das Cover nicht ganz schlecht für Eure Sache und die Thematik des Albums ist?


(Lacht). Genau das ist es, schön das Du das genau so siehst wie wir. Wenn das nun so noch ich weiß nicht wie viele Leute auf der ganzen Welt ähnlich sind können wir nur zufrieden sein.


Ihr habt „The Terror State“ bekanntlich mit Tom Morello aufgenommen. Woher kennt Ihr ihn und wie war es mit ihm zu arbeiten.


Wir kennen Tom schon ewig lang, seinerzeit haben wir ja einmal mit RAGE AGAINST THE MACHINE getourt und der Kontakt ist nie abgebrochen. Wir sind genau auf einer Wellenlänge und es hat riesigen Spaß gemacht mit ihm zu arbeiten. Wir haben für „The Terror State“ etwa 50 Songs geschrieben, bei denen Tom uns beratend zur Seite stand, welche nun auf das Album kommen sollen. Er hat uns was den Rhythmus und die Musik angeht auf jeden Fall neue Impulse geben können, denn er ist einfach nur ein großartiger Musiker. Auch die Produktion ist natürlich weitaus besser als bei unseren anderen Alben, was zu einem ungeheuren Anteil unseren Technikern Nick und Larry zu verdanken ist, die schon mit SPRINGSTEEN, PEARL JAM oder eben bei RAGE AGAINST THE MACHINE mitgewirkt haben. Das alles macht das Ergebnis natürlich aus und wir sind wirklich sehr, sehr zufrieden mit dem Album.


Habt Ihr schon irgendwelche negativen Erfahrungen wegen der deutlichen Kritik in den letzten Wochen gemacht?


Überaschenderweise nicht. Ich hätte auch um ehrlich zu sein erwartet das da mehr kommt, aber dem war bisher nicht so. Ich meine es ist nicht so das plötzlich der CIA vor Deiner Tür steht, doch es ist erstaunlich ruhig gewesen. Wir werden im Radio gespielt und freuen uns einfach das das Album so gut aufgenommen wird.


Nächstes Jahr sind Wahlen, in aller Welt ist man irgendwie gegen Bush und seine Politik und auch bei Euch wächst ja wie man sehen kann der Unmut in der Bevölkerung. Wie lange wird Bush noch dagegen halten können bis er die Truppen abziehen muss, oder glaubst Du dies trifft nicht ein?


Bush ist einfach nur böse, anders kann man es nicht sagen. Es fängt hier gerade erst an, in den nächsten Wochen werden noch weitaus mehr Leute auf die Straße gehen als man es bisher gesehen hat. Ich glaube nicht das er die Truppen abziehen wird, denn es wurde einfach bisher viel zu viel Geld verschwendet, als das er sich jetzt irgendwie davon machen könnte. Davon abgesehen ist dies ja auch gar nicht in seinem Sinn. Die Opposition tut allerdings auch viel zu wenig um diesen Zustand zu ändern. Täglich sterben Soldaten durch Autobomben und Anschläge, doch er wird die Truppen nicht abziehen. Die Leute werden das aber alles nicht vergessen, zur Zeit ist es vielleicht noch relativ ruhig, doch es wird alles mehr werden, davon bin ich überzeugt. Ich hoffe das dann im nächsten Jahr viel mehr Leute zur Wahl gehen und diesem Irren den verdienten Denkzettel verpassen. Auch in Großbritannien wächst der Druck und der Abzug der Truppen wird gefordert, ich denke wir sind auch bald soweit das mehr und mehr Leute auf die Straße gehen.


Vor wenigen Wochen sprach ich mit Brendan von THE LAWRENCE ARMS und er meinte er könnte sich gut vorstellen das Bush die Wahl gewinnt, weil eben so viele nicht zur Wahl gehen.


Das könnte durchaus sein, dass möchte ich gar nicht abstreiten, doch hier ist einfach nichts wie je zuvor. Viele sind gegen das was gerade geschieht und die letzten Monate oder Jahre geschehen ist und ich glaube und hoffe schon, dass sehr viele Leute mehr wählen gehen werden.


Welche Aktionen wird es denn von Euch noch in den nächsten Monaten geben?


Wir werden eigentlich nur Touren, jetzt erst einmal mit RISE AGAINST, AGAINST ME und NONE MORE BLACK, dann kommen wir nach Europa und dann spielen wir hier die „Punkvoter-Tour“. Wir sind keine so großen Redner und für uns ist immer die Musik die Form des Ausdrucks.


Wie beurteilst Du die Punk-Szene im Moment? Das Interesse am Punkrock scheint von Seiten der Major-Firmen ja nicht abzubrechen.


Das ist sicherlich richtig, noch nie war das Interesse größer und noch nie war Punkrock mehr Mainstream als momentan. Ich sehe das aber gar nicht als so schlecht an, denn ich denke das viele Leute schon durch die Bands auf MTV auch zum Beispiel ANTI-FLAG irgendwann kennenlernen und so soll es ja auch sein. Solange von dieser Pop-Scheisse möglichst viele Leute wegkommen halte ich dieses Interesse nicht für so verkehrt.


Vor kurzem ist Arnold Schwarzenegger bekanntlich Gouverneur von Kalifornien geworden. Leidet die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Politik nicht noch mehr unter diesem Wahlergebnis? Ich meine, ich könnte mir kein anderes Land auf der Erde vorstellen in dem ein Mann offiziell gewählt wird, der keinerlei politische Ziele in seinem Programm hat.


(Lacht). Das stimmt, dass gibt es wirklich nur hier. Das ist so eine riesige Medienkampagne hier gewesen, um Inhalte ging es da von Anfang nicht. Hier ist alles eher ein riesiger Marktplatz und wer am meisten verkauft, der ist halt ganz oben. Wenn man sich aber mal den politischen Apparat hinter Schwarzenegger anschaut verwundert es nicht wirklich das er gewonnen hat. Doch man muss sagen das Kalifornien Schwarzenegger nicht für Bush gewählt hat, denn Kalifornien hat Bush bei der letzten Wahl nicht gewählt. Insofern sehe ich das Ergebnis nicht als so kritisch an.


Dann erst mal vielen Dank für Deine Zeit und die Antworten. Viel Erfolg für die kommenden Monate und man sieht sich dann ganze bestimmt im Februar 2004.


Ich habe zu Danken, vielen Dank für das Interview und auf jeden Fall bis zum Februar.



Photos by Sandra Steh

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