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Tarantula (USA - 1955)

Review von Thomas, 05.01.06


CoverJack Arnold ist der König der B-Pictures. In den Fünfziger Jahren revolutionierte er das Science-Fiction-Genre mit unvergessenen Klassikern wie „Gefahr aus dem Weltall“ (1953), „Der Schrecken vom Amazonas“ (1954) oder „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.“ (1957). Seine Filme sind trotz einer gesunden Einfalt von bestechender Güte – und haben bis zum heutigen Tag nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Ein Meilenstein der Tricktechnik ist „Tarantula“, den Arnold im Zuge des Erfolges von Gordon Douglas ein Jahr zuvor produziertem Gruselfilm „Formicula“ (1954) inszenierte.

In der provinziellen Abgeschiedenheit experimentiert Professor Gerald Deemer (Leo G. Carroll – „Der unsichtbare Dritte“) mit wachstumsfördernden Tinkturen. Sein Forscherdrang macht auch vor der genetischen Manipulation einer Tarantel nicht halt, was die Spinne alsbald nach Beinfreiheit streben lässt. Während das prächtig gedeihende Untier den Nutzviehbestand des Umlands dezimiert, versuchen sich John Agar („Bis zum letzten Mann“) und Mara Corday („Der Mann der niemals aufgibt“) an einer Lösung des Problems. Die hält schlussendlich das Militär bereit und sendet Kampfpilot Clint Eastwood („Million Dollar Baby“) aus, dem gefräßigen Getier mit Napalm Einhalt zu gebieten.

Bei den wegweisenden Tricks setzte Jack Arnold auf die Dienste von Kameramann Clifford Stine („Spartacus“), der eine deutlich vergrößerte Tarantel in das fertige Bildmaterial einkopierte. Das dabei mal ein Stück Bein verloren geht oder nicht auf den Grund aufsetzt, macht einen Teil des Charmes aus, den „Tarantula“ bis in die Gegenwart versprüht. Die visuellen Effekte, das Herzstück des Films, öffneten Stine die Tür zu anderen Projekten, darunter der artverwandte „Das todbringende Ungeheuer“ (1957). Eine Referenz an „King Kong und die weiße Frau“ (1933) findet sich in jener Sequenz, in der die Monsterspinne eine Frau in ihren Schlafgemächern beäugt.

Der Erfolg von „Tarantula“ begünstigte nicht nur in den späten fünfziger Jahren weitere Nachahmer („Alarm für Sperrzone 7“, 1957), sondern blieb bis in die späten Siebziger („In der Gewalt der Riesenameisen, 1977) spürbar. Die adrette Hauptdarstellerin Mara Corday, 1930 als Marilyn Watts geboren, sorgte neben ihrer Filmkarriere als ´Playboy Pinup´ des Monats Oktober 1958 für Aufsehen. Ihr Partner John Agar brachte seinen Werdegang 1946 durch die Ehelichung Shirley Temples in Gang. Der Veteran des zweiten Weltkriegs verdingte sich zunächst in Western, später meist in zweitklassigen Science-Fiction-Streifen („Die Augen des Satans“, 1957). 2002 starb Agar, doch sein Geist lebt in der naiven Welt der Monstren und Mutationen weiter – auch dank Regisseur Jack Arnold.


Autorwertung: 8.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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