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While She Was Out

Review von Thomas, 16.04.09


Cover Nach Oscar-Auszeichnung und Scheidungskrieg wurde es still um Kim Basinger („L.A. Confidential“). In „Final Call“ und „The Sentinel“ übernahm sie Nebenrollen, verschwand aber allmählich aus dem Bewusstsein des Publikums. Daran ändern wird auch der von ihr koproduzierte Thriller „While She Was Out“ nichts, in dem sie es als geplagte Hausfrau in der Weihnachtsvorbereitung mit einer brutalen Jugendbande zu tun bekommt. Denn der abstruse Mix aus Drama und Action-Exploiter funktioniert auf keiner der angestrebten Ebenen.

Die Basinger spielt Della, Mutter zweier Kinder und Frau des aufbrausenden Kenneth (Craig Sheffer, „Flying Virus“). Ob der Unordnung im großräumigen Heim boxt der erst einmal ein Loch in die Wand und lässt die verschüchterte Gattin so weit schrumpfen, dass sie um des schiefen Haussegens willen zu später Stunde noch Geschenkpapier im überfüllten Supermarkt besorgt. Auf dem Parkplatz gerät sie in Konflikt mit der Viererbande um Chuckie (Lukas Haas, „Alpha Dog“), der, nachdem wir gut 25 Minuten Zeuge von Dellas sozialer Unzulänglichkeit wurden, einem Wachmann das Hirn aus dem Schädel ballert.

Ob das nun ernst gemeint ist oder doch nur die niederen Gelüste eines gewaltorientierten Publikumskreises befriedigen will, bleibt unklar. Das Portrait einer Frau, die ihr aufgestautes Aggressionspotential in höchster Not gegen eine Übermacht an Peinigern entlädt, verfügt weder über charakterliche Tiefe, noch die ausufernde Brutalität relativierende Ironie. Das Regie-Debüt von „Shoot ´em Up“-Produzentin Susan Montford verstrickt die graue Maus Della in einen hochgradig dämlichen Überlebenskampf im entlegenen Wald, bei der ihr der Inhalt eines beharrlich mitgeschleppten Werkzeugkoffers als Bewaffnung dient.

Doch gerade weil das unterdrückte Hausmütterchen zum Revenge-Rotkäppchen mutiert, bleibt eine klare Linie unkenntlich. Was auch immer das Produzentengespann um die blasse Hauptdarstellerin Basinger und „Hellboy“-Regisseur Guillermo del Toro mitteilen wollte, das offenkundigste Moment bleibt doch die Lächerlichkeit. Ob die Gang nun querbeet die Rassen abgrast, Della während ihrer Flucht in einen nahen Bach pullert oder das Radkreuz beim Gegenangriff gleich ins Nasenloch dringt, mehr als dürftiger Trash ist hier nicht zu holen. Der fürchterlichen deutschen Synchronisation kann da bestenfalls eine kleine Mitschuld am umfassenden Scheitern zugesprochen werden.


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Autorwertung: 3.0 von 10 Punkten

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