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Rounders

Review von Christian, 22.01.06


CoverDas Spieler-Drama „Rounders“ hat es bislang nicht einfach in Deutschland gehabt, schließlich erscheint der bereits 1998 von John Dahl („Joyride“, „Red Rock West“) gedrehte Film erst jetzt ganz offiziell bei uns auf DVD. An mangelnder Qualität liegt dies sicherlich nicht, wohl eher am kommerziellen Risiko, einen solchen Film in die Kinos zu bringen.

Der junge Mike McDermott (Matt Damon) ist ein Pokerspieler, ein ausgezeichneter dazu. Sein größter Wunsch ist es, einmal den Titel des Weltmeisters in Las Vegas zu gewinnen. Aktuell ist er jedoch davon meilenweit entfernt, denn seine ganzen Ersparnisse verliert er gegen russischen Mafiosi Teddy KGB (John Malkovich). Mike zieht aus dieser Schmach seine Konsequenzen und schwört sich, als auch seiner Freundin Jo (Gretchen Mol), nie wieder Poker zu spielen. Einige Monate sind vergangen und Mike studiert Jura, da holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. Sein bester Freund Worm (Edward Norton) wird aus dem Knast entlassen, der im Gegensatz zu Mike es mit der Ehrlichkeit beim Spiel nie besonders ernst genommen hat. Er überredet Mike ihm behilflich zu sein, schließlich muss er noch alte Wettschulden begleichen. Mike steht nun vor einer folgenschweren Entscheidung. Freundschaft oder Liebe? Spiel oder Beruf?

Preise kann man mit derlei Filmen vielleicht gewinnen, an der Kinokasse haben es Filme wie „Rounders“ jedoch schwer. Da kann auch eine Deluxe-Besetzung wie es hier der Fall ist, nicht immer helfen. Mit Matt Damon („Die Bourne Identität“, „Dogma“) und Edward Norton („Fight Club“, „Zwielicht“) in den Hauptrollen exzellent besetzt, durfte Regisseur John Dahl Hochkaräter bis in die kleinste Nebenrolle verpflichten. So gibt der ewig souveräne und hier wieder einmal völlig überragende John Malkovich („Being John Malkovich“, „Gefährliche Liebschaften“) als russischer Ganove ein Stelldichein, Oscar-Preisträger Martin Landau („Ed Wood“, „Cleopatra“) mimt den juristischen Mentor von Matt Damon und Coen-Spezi John Turturro („Millers Crossing“, „The Big Lebowski“) gibt sich ebenso wie Famke Janssen („X-Men“, „Faculty“) die Ehre.

Die guten Voraussetzungen kann „Rounders“ aber leider nicht über jede Spielrunde retten, denn dem Film mangelt es gelinde gesagt an Spannung. Zu offenkundig steuern seine Protagonisten auf ein Ende zu, dass der Zuschauer jederzeit vor seinem Auge hat. Einige Handlungsstränge werden zudem nicht konsequent bis zum Ende hin verfolgt, so ist beispielsweise die Problematik zwischen Matt Damon und Gretchen Mol nichts halbes und nichts ganzes und auch das plötzliche Fernbleiben von Edward Norton gen Ende passt nicht ganz in den Kontext. Hier kann Dahl leider nicht die Oberflächlichkeit durchdringen, häufig passt dort mehr die Optik als der Inhalt.

„Rounders“ ist ein solider Film geworden, bei dem jedoch mehr zu holen gewesen wäre. Gut inszeniert, prima gespielt, doch der letzte Schliff fehlt leider.


Autorwertung: 6.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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