Das geheime FensterReview von Thomas, 11.10.04 Das Verfilmungen literarischer Vorgaben des amerikanischen Horror-Großmeisters Stephen King nur in den seltensten Fällen die
oft bestechende Qualität ihres gedanklichen Ursprungs erreichen, wissen eingefleischte Genrekenner nicht erst seit "Cujo",
"Der Werwolf von Tarker Mills" und "Christine". Vorwiegend marginaler Umsetzungen zum Trotze findet beinahe jedes Opus des
Fliessbandschreibers seine, gemessen an der Vorlage, lieblos heruntergekurbelte Auswertung im TV oder Kino. "Das geheime
Fenster" bildet, dieser Tradition entsprechend, allein durch die Verpflichtung des großartigen Johnny Depp für die Hauptrolle
einen Bruch, obgleich sich der uneinheitliche Psycho-Thriller als nicht von solch bestechender Güte erweist wie
beispielsweise „Carrie“ oder "Misery".Der erfolgreiche Schriftsteller Mort Rainey (Johnny Depp) lebt nach der traumatischen Trennung von seiner Frau in einem abgelegenen Holzhaus an einem bewaldeten See. Eines Tages erhält der Schreiberling unerwarteten Besuch von einem mysteriösen Fremden (John Turturro - "O´brother where art thou?"), der sich als John Shooter vorstellt. Dieser bezichtigt Rainey unvermittelt des Plagiatismus und unterstreicht durch Drohgebärden die Ernsthaftigkeit seiner Position. Mort glaubt an ein Missverständnis, doch lässt sich der unheimliche Shooter nicht von seinen Standpunkten abbringen. Als Rainey die Kontrolle der Situation verliert, Eskaliert der Konflikt um den vermeintlichen Ideenraub. Die von Autor ("Jurassic Park", "Spider-Man", "Panic Room") und Gelegenheitsregisseur David Koepp ("The Trigger Effect", "Stir of Echoes") routiniert in Szene gesetzte Stephen King-Adaption besteht einzig durch die deliberierende Präsenz ihres zotteligen Hauptakteurs Johnny Depp ("Edward mit den Scherenhänden", "Fluch der Karibik"). Das aus bekannten Versatzstücken früherer Werke Kings zusammengewerkelte Handlungskonstrukt errichtet zwar einen Grundtenor der Beklemmung, echte Spannung schöpft "Das geheime Fenster" aus diesem atmosphärischen Nährboden jedoch kaum. Gemantelt in einen elegischen Erzählrhythmus, schleicht sich die gelungene Pointe des unkonventionellen Finales überdies allzu frühzeitig ins Bewusstsein des Zuschauers. Ein Hauch von "Shining", eine Prise "Stark" und ein Schuss "Misery" - "Das geheime Fenster" offeriert lediglich bekannte Elemente des King´schen Schreckenpanoptikums. Mit Maria Bello ("The Cooler"), Timothy Hutton ("Stark - The dark Half") und Charles S. Dutton ("Gegen die Zeit") bis in die Nebenrollen bestechend besetzt, bewahrt einzig die überwältigende Performance des charismatischen Ausnahmeakteurs Johnny Depp den unterhaltsamen Mix aus Drama, Thriller und Horror vor dem Absturz ins Mittelmaß. Depp ist eine Wucht - der Film ist es nicht. Autorwertung: 6.0 von 10 Punkten Leserwertung: N/A von 10 Punkten Only registered users may post a comment. There are currently no user submitted comments.
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Das Verfilmungen literarischer Vorgaben des amerikanischen Horror-Großmeisters Stephen King nur in den seltensten Fällen die
oft bestechende Qualität ihres gedanklichen Ursprungs erreichen, wissen eingefleischte Genrekenner nicht erst seit "Cujo",
"Der Werwolf von Tarker Mills" und "Christine". Vorwiegend marginaler Umsetzungen zum Trotze findet beinahe jedes Opus des
Fliessbandschreibers seine, gemessen an der Vorlage, lieblos heruntergekurbelte Auswertung im TV oder Kino. "Das geheime
Fenster" bildet, dieser Tradition entsprechend, allein durch die Verpflichtung des großartigen Johnny Depp für die Hauptrolle
einen Bruch, obgleich sich der uneinheitliche Psycho-Thriller als nicht von solch bestechender Güte erweist wie
beispielsweise „Carrie“ oder "Misery".