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Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück

Review von Christian, 01.07.04


CoverViel Freude am obersten Platz der Sonne hatte er nicht gerade lange, der kleine Clownfisch Nemo, der sich und sein Studio "Pixar" an die Spitze der Charts führte und bis vor kurzem noch als bis dato erfolgreichster Animationsfilm aller Zeiten in die Bücher einging. Die Freude währte jedoch nur von kurzer Dauer, denn ein grüner Unhold vertrieb den kleinen Fisch wieder in sein Meer und sich gleichzeitig zurück an die Spitze der Kinocharts und Filmbücher. Die Rede ist hier natürlich von Shrek, jenem liebenswerten aber auch griesgrämigen Oger, der inmitten seines Sumpfes ein zurückgezogenes aber zufriedenes Leben führt und vor etwa drei Jahren die Prinzessin Fiona aus den Klauen eines Drachen befreite und ihr Herz eroberte. Die nach dem großen Erfolg von "Shrek - Ein tollkühner Held" unumgängliche Fortsetzung führt den Zuschauer schnurstracks in die Flitterwochen der beiden frisch vermählten, die Abseits des Sumpfes und vor allem des Esels verliebte Stunden zu Zweit am Meer verbringen. Der Erholungsfaktor hält sich nach der Rückkehr in die heimischen vier Wände in Grenzen, denn binnen kurzer Zeit wird die harmonische Idylle durch zwei unliebsame Ereignisse getrübt. Zum einen hat sich ihr alter Freund der Esel in Shrek´s Hütte breit gemacht, da dieser nach einem Streit mit seiner Drachen-Lady vorerst das Weite gesucht hat. Shrek und Fiona sind von dem permanent quasselnden Störenfried natürlich alles andere als begeistert, doch der weitaus schlimmere Besuch stellt sich als Bote der Königlichen Familie vom Land "Weit Weit Weg" heraus, der Fiona im Namen ihrer königlichen Eltern bittet, den neuen Schwiegersohn einmal vorzustellen. Die Freude hält sich über die Einladung in Grenzen, vor allem Shrek stößt der anstehende Besuch bei seinen Schwiegereltern mehr als Übel auf, doch allen Bemühungen zum Trotz hat die Frau das letzte Wort und so machen sich die beiden samt Esel auf die lange Reise. Am Ziel angekommen bestätigen sich alle Zweifel Shrek´s, was eine harmonische Familienzusammenkunft angeht, denn vor allem Fionas Vater ist der neue Schwiegersohn ein Dorn im Auge, hat dieser doch einen Pakt mit der Guten Fee abgeschlossen, die ihren Sohn "Prinz Charming" an der Seite Fionas sehen will. Abhilfe für den großen Unhold soll der gestiefelte Kater bringen, der sein tägliches Brot als Killer verdient und nun Shrek beiseite räumen soll. Natürlich kommt die erste Zusammenkunft zwischen Shrek, Esel und dem Kater anders als der König und die Fee es sich erträumt haben, denn nun ziehen die drei gemeinsam los, um die Liebe von Shrek und Fiona zu retten.

Vor etwa drei Jahren sorgte die Spielberg´sche Schmiede „Dreamworks“ in Form des grünen furzenden, rülpsenden und ungehobelten Ogers Shrek für volle Geldbeutel, kein Wunder das der nun folgende zweite Teil sich ebenfalls als Geldmaschine entpuppt. Einer der erfolgreichsten Starts der Filmgeschichte und ein bisheriges Einspielergebnis von knapp 400 Millionen Dollar lassen jeden Produzenten Freudentränen in die Augen treiben und zumindest in diesem Falle sollten die Schmährufe gegen die Raubkopierer der Welt einmal für kurze Zeit verstummen. Teil 2 des lustigen Schabernacks um Shrek, Fiona und den Esel bietet erst einmal nichts grundlegend neues, denn die Erzählstruktur des ersten Teils wird haarklein wiederholt. Zu Beginn hagelt es eine Pointe nach der anderen, dann folgt das Abenteuer samt zu überstehender Probleme und im Anschluss gibt es wieder eine fesche Musikeinlage mit allen Beteiligten. Doch mitnichten ruhten sich die Macher auf den bereits geernteten Lorbeeren aus, sondern fügten viele Anspielungen und Figuren in Shrek´s zweites Abenteuer ein, die sich häufig auch außerhalb des Kosmos um Grimm´s und Disney´s Märchen abspielen. Der gestiefelte Kater ist wohl ohne Frage dabei der schillernste neue Charakter den der Film zu bieten hat. Im Original mit der Stimme von Antonio Banderas versehen, darf in der deutschen Synchronisation Benno Führmann den Sprechpart übernehmen. Mit spanischem Akzent, Machomäßigen Allüren, Herz zerreißenden Kulleraugen und viel Wortwitz schafft der Kater es sogar, den ewig faselnden Esel manchmal an die Wand zu „spielen“. Alle Sprecher des ersten Teils wurden im Übrigen auch für den Nachfolger an Land gezogen, so dass sich der Zuschauer hier auf keine negativen Überraschungen gefasst machen muss. Doch auch die „gute Fee“, deren Rolle gar nicht so gut ist und die sich als intrigante Dreckssau und Ausbeuterin heraus stellt, als auch der Vorzeige-Schmierling Prinz Charming bereichern „Shrek 2“ ungemein und karikieren vortrefflich die bekannten Märchenfiguren. Von diesen bekommen natürlich auch wieder einige andere etwas gehörig auf die Mütze, sei es der Tanga tragende Pinocchio, Arielle, Rotkäppchen oder Schneewittchen´s Stiefschwester, die mit tiefer Männerstimme und sportlichem Drei-Tage-Bart für Lacher sorgt. Doch auch aktuelle reale Personen wurden auf mehr als witzige Art in den Film eingefügt, so gibt es ein „Sir Justin“-Bild in Anspielung auf Justin Timberlake, „Starbucks“ heisst „Farbucks“, sowie diverse Seitenhiebe auf Filme wie „Der Herr der Ringe“ oder „Die fabelhaften Baker Boys“. Den krönenden Abschluss bildet dann Ricky Martin´s „Livin la Vida Loca“, bei dem der gestiefelte Kater und der Esel eindrucksvoll ihre Sangeskünste unter Beweis stellen und es sogar Stagediver im Märchenland gibt. „Shrek 2“ ist wohl die logische Fortsetzung des Kassenschlagers von 2001 und egal ob jung oder alt (wobei die mit der Vielzahl an Anspielungen und Seitenhieben noch mehr anfangen dürften), in diesen etwa 80 Minuten wird man perfekt unterhalten.


Autorwertung: 9.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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