Der Einsatz - The RecruitReview von Thomas, 12.01.04 Alle Jahre wieder werden abseitig des erfolgsverwöhnten Geheimagenten ihrer Majestät James Bond weniger heroisierte
Vasallen im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten unter staatlicher Direktion auf die Probe ihrer unermesslichen
Vaterlandstreue gestellt. Diesem doch eher seltener aufkeimenden Ruf leisten in Roger Donaldsons ("Species", "Dantes Peak")
durchaus sehenswertem Thriller "Der Einsatz" nun sowohl der Veteran Al Pacino ("Scarface", "Der Duft der Frauen"), als auch
der emsige Novize Colin Farrell ("Tigerland", "Nicht auflegen") beschwingten Fußes folge und garantieren kurzweilige
Konspirationen weit unterhalb der höchsten Regierungskreise.
Walter Burke (Pacino) ist ein undurchsichtiger Staatsdiener wie er im Buche steht. Das heißt eigentlich, wie er in keinem
Buche steht, denn der verdeckt arbeitende Ausbilder im Dienste des CIA ist ein Meister der fintenreichen Täuschung, eine
wahrhaft einschüchternde Persönlichkeit, die ihre Hände nur allzu gern in der Unschuld eines trügerischen Scheines badet.
Verborgen hinter einer standfesten Fassade aus Zweideutigkeiten und überbordender Erhabenheit rekrutiert Burke potentielle
Geheimdienstnovizen für seinen mächtigen Brötchengeber, was den Routinier zu Beginn des Filmes über die Schwelle des
smarten Computergenies James Clayton (Farrell) führt. Nach einiger Überzeugungsarbeit lässt sich der IT-Fachmann mit
Universitätsvergangenheit von den windigen Ausführungen des Dozenten überzeugen und als Rekrut anwerben. Nach bestandener
Aufnahmepfüfung wird der Schüler mit einigen gleichgestellten Kameraden unverzüglich in das CIA-Ausbildungslager in Langley,
Virginia überführt, welches der Einfachheit halber schlicht "Die Farm" genannt wird. Schon bald muß James jedoch feststellen,
dass unter der Leitung des eisenharten Burke einfach nichts so ist wie es scheint, während der Lehrplan eine Vielzahl an
spannenden Einführungsepisoden in die hohe Kunst des Spionierens bereithält, darunter Selbstverteidigung, Observation,
Waffentraining und Versuchsreihen mit dem Lügendetektor. Aller Anstrengung und Härte des umfangreichen Trainings zum Trotze
entdeckt James nach anfänglichen Zweifeln seinen Spaß an der Sache. Ganz nebenbei fühlt sich der individualistische
Musterschüler zu seiner adretten Klassenkameradin Layla (Bridget Moynahan) hingezogen, in die sich der draufgängerische
Hitzkopf alsbald verliebt. Nach beinahe absolvierter Ausbildung wird James zum Schein von der "Farm" verbannt. Allerdings
nur, um im Anschluß auf Burkes Geheiß seinen Schwarm Layla zu beschatten, die nach Aussage des stoischen Agentenwiesels in
Wahrheit für die Gegenseite zu Felde zieht... Zwar steht Roger Donaldsons "Der Einsatz" hinter ähnlich thematisierten Agenten-Thrillern wie seinem 1987 höchstselbst inszenierten "No way out" ein gutes Stück zurück, doch sorgen die Spielfreudigen Akteure und ein grundsolides Drehbuch für angemessene Kinounterhaltung. Der Plot buhlt dabei weder um Originalität, noch präsentiert sich selbiger gefeit vor Klischees. Allerdings erscheinen die Charaktäre im Spektrum ihres Handlungsspielraumes durchaus glaubwürdig, während raffiniert gestreute Wendungen die unterschwellige Spannung stetig zu steigern verstehen. Darüber hinaus sorgt der munter aufspielende Altstar und Oscarpreisträger Al Pacino ("Der Pate", "Heat") mit hochtrabenden Reden und einladenden Monologen für die fast gewohnte Veredelung des hollywood´schen Genrekinos durch seine Präsenz und bereichert durch sein erneut überzeugendes Auftreten auch diesen am Grunde seines Bestehens leichtverdaulichen Agenten-Thriller. Shootingstar Colin Farrell ("Daredevil", "S.W.A.T.") und Bridget Moynahan ("Coyote Ugly", "Der Anschlag") füllen anbei die Konturen ihrer Figuren ebenfalls äußerst ansehnlich mit Leben und agieren munter weit oberhalb des Durchschnitts. Handwerklich routiniert und optisch ansprechend umgesetzt verschwimmen die Grenzen zwischen Schein und Sein im Handlungsverlauf von "Der Einsatz" merklich, trotz kleinerer Durchhänger und einer gewissen Durchschaubarkeit bleibt der Film über seine gesamte Lauflänge ansprechend und gleichermaßen interessant. Neuerungen und Überraschungen sucht man hier derweil vergebens, doch wissen die guten Akteure und die formalen Stärken für unbedeutendere Schwächen in gebührendem Maße zu entschädigen. Die sehenswerte Bebilderung von Stuart Dryburgh ("Lone Star", "Reine Nervensache", "Kate & Leopold") im Zusammenspiel mit Roger Donaldsons ("The Getaway", "Thirteen Days") gutem Timing garantieren in seiner Gesamtheit betrachtet einen überraschend stimmigen Thriller. Oder um es mit Walter Burkes Worten abzuschließen: "Ihr wollt Antworten? Ich kenne nur Geheimnisse." Autorwertung: 7.0 von 10 Punkten Leserwertung: N/A von 10 Punkten Only registered users may post a comment. There are currently no user submitted comments.
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Film Reviews
Alle Jahre wieder werden abseitig des erfolgsverwöhnten Geheimagenten ihrer Majestät James Bond weniger heroisierte
Vasallen im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten unter staatlicher Direktion auf die Probe ihrer unermesslichen
Vaterlandstreue gestellt. Diesem doch eher seltener aufkeimenden Ruf leisten in Roger Donaldsons ("Species", "Dantes Peak")
durchaus sehenswertem Thriller "Der Einsatz" nun sowohl der Veteran Al Pacino ("Scarface", "Der Duft der Frauen"), als auch
der emsige Novize Colin Farrell ("Tigerland", "Nicht auflegen") beschwingten Fußes folge und garantieren kurzweilige
Konspirationen weit unterhalb der höchsten Regierungskreise.
Walter Burke (Pacino) ist ein undurchsichtiger Staatsdiener wie er im Buche steht. Das heißt eigentlich, wie er in keinem
Buche steht, denn der verdeckt arbeitende Ausbilder im Dienste des CIA ist ein Meister der fintenreichen Täuschung, eine
wahrhaft einschüchternde Persönlichkeit, die ihre Hände nur allzu gern in der Unschuld eines trügerischen Scheines badet.
Verborgen hinter einer standfesten Fassade aus Zweideutigkeiten und überbordender Erhabenheit rekrutiert Burke potentielle
Geheimdienstnovizen für seinen mächtigen Brötchengeber, was den Routinier zu Beginn des Filmes über die Schwelle des
smarten Computergenies James Clayton (Farrell) führt. Nach einiger Überzeugungsarbeit lässt sich der IT-Fachmann mit
Universitätsvergangenheit von den windigen Ausführungen des Dozenten überzeugen und als Rekrut anwerben. Nach bestandener
Aufnahmepfüfung wird der Schüler mit einigen gleichgestellten Kameraden unverzüglich in das CIA-Ausbildungslager in Langley,
Virginia überführt, welches der Einfachheit halber schlicht "Die Farm" genannt wird. Schon bald muß James jedoch feststellen,
dass unter der Leitung des eisenharten Burke einfach nichts so ist wie es scheint, während der Lehrplan eine Vielzahl an
spannenden Einführungsepisoden in die hohe Kunst des Spionierens bereithält, darunter Selbstverteidigung, Observation,
Waffentraining und Versuchsreihen mit dem Lügendetektor. Aller Anstrengung und Härte des umfangreichen Trainings zum Trotze
entdeckt James nach anfänglichen Zweifeln seinen Spaß an der Sache. Ganz nebenbei fühlt sich der individualistische
Musterschüler zu seiner adretten Klassenkameradin Layla (Bridget Moynahan) hingezogen, in die sich der draufgängerische
Hitzkopf alsbald verliebt. Nach beinahe absolvierter Ausbildung wird James zum Schein von der "Farm" verbannt. Allerdings
nur, um im Anschluß auf Burkes Geheiß seinen Schwarm Layla zu beschatten, die nach Aussage des stoischen Agentenwiesels in
Wahrheit für die Gegenseite zu Felde zieht...