Menu Content/Inhalt

Hauptmenü

Home
Cd Reviews
Film Reviews
On Stage
Und sonst
Kontakt
- - - - - - -
- - - - - - -
- - - - - - -

Statistiken

Konzerttermine

Sun Sep 05
Cockney Rejects - Frankfurt - Batschkapp
Fri Sep 10
A Traitor Like Judas - Hof - Grüne Haidt
Fri Sep 17
Hell on Earth Tour u.a. mit Terror / Every Time I Die - Jena - F-Haus
Sat Sep 18
Hell on Earth Tour u.a. mit Terror / Every Time I Die - Köln - Essigfabrik
Thu Sep 23
Dollhouse - Berlin - Wild at Heart
Home Film Reviews Aktuelle Filme

Findet Nemo

Review von Christian, 22.11.03


CoverDer herkömmliche Zeichentrickfilm hatte es in den letzten Jahren nicht immer einfach und auch die erfolgsverwöhnte Filmschmiede „Disney“, wie auch Top-Konkurrent „Dreamworks“, musste den ein oder anderen kommerziellen Flop landen. Lediglich das Animationsstudio „Pixar“ steht wie eine Festung in der gefährlichen Brandung und trotzte jahrelang sichtlichem Zuschauerschwund mit überaus erfolgreichen Filmen wie „Toy Story 1+2“, „Das große Krabbeln“ und zuletzt der „Monster AG“. „Findet Nemo“ stellt den erst fünften Langfilm des Studios dar, der wie alle anderen auch für „Disney“ produziert wurde und sich mir nichts, dir nichts, zum absoluten Blockbuster des Jahres 2003 entpuppte und die ein oder andere überaus namhafte Produktion um Längen hinter sich liess. Ein Einspielergebnis von fast 400 Millionen Dollar allein in den USA machte „Findet Nemo“ zum erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten und auch hier darf man sich nun vom berechtigten Erfolg des Films überzeugen lassen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Clownsfisch Marlin, der es als Alleinerziehender Vater des kleinen Nemos nicht immer leicht hat und seinen kleinen, voller Tatendrang aufkeimenden Sohnemann kaum bremsen kann. Eigentlich sollte Marlin 400-facher Vater werden, doch seine Frau Carol als auch 399 Eier wurden von einem Fisch gefressen und so ist es nicht verwunderlich das sich Marlin etwas mehr sorgen um seinen Nemo macht als es vielleicht andere Eltern tun. Für Nemo steht nun nach jahrelanger minutiöser Aufsicht der erste Schultag auf dem Programm, bei dem der überaus sorgsame Vater endlich einmal für einige Stunden vergessen werden kann. Bei dem Ausflug jedoch passiert wie es nicht anders zu erwarten war ein Unglück, denn Nemo wird von Tauchern gefangen genommen und landet zu seinem Schrecken im Aquarium eines Zahnarztes in Sydney. Dort freundet er sich zwar schnell mit seinen anderen Gefährten auf dem begrenztem Raum an, doch wie die schon länger dort „Inhaftierten“, so hegt auch Nemo einzig den Wunsch zurück ins Meer zu finden. Sein Vater Marlin derweil macht sich voller Sorgen auf die Suche nach Nemo, ohne jedoch nur ansatzweise zu wissen wo er eigentlich nach seinem einzigen Sprössling suchen muss. Unterwegs greift er die zufällig die blaue Dorie auf, die ihm nur gerne helfen würde, jedoch unter einer argen Kurzzeitgedächtnis-Störung leidet und bereits wenige Minuten später alles vorhergegangene vergisst. Gemeinsam machen sie sich auf eine lange Reise, die sie unter anderem zu den Anonymen Fischfressern, in den Magen eines Wals oder in die dunklen Tiefen der Meere führt.

Legte „Pixar“ mit seinen bisherigen Spielfilmen die Meßlatte für Animationsfilme reichlich hoch, so konnte der filmische Konter von „Dreamworks“ („Shrek“) zumindest fast immer adäquat dagegen halten. Mit „Findet Nemo“ legt das Studio jedoch nun ein Kunstwerk hin, dass so schnell nicht übertroffen werden sollte. Es ist schon unglaublich, wie weit die Tricktechnik mittlerweile gereift ist und mit welcher Liebe zum Detail die Macher um Regisseur Andrew Stanton und „Pixar“-Mastermind John Lasseter jedem einzelnen Fisch leben einhauchten, zig unterschiedliche und eigenständige Charaktere schufen und zudem Groß wie Klein für 100 Minuten perfekt unterhalten. Das Tempo wird nach der anfänglichen Katastrophe im Leben des Clownfischs Marlin angezogen und auch bis zum Abspann nicht mehr losgelassen. Man erwartet irgendwann eigentlich einen Einbruch, doch es geht im Eiltempo von Höhepunkt zu Höhepunkt, bei dem vor allem der unglaublich erfrischende wie urkomische Wortwitz der unzähligen Protagonisten im Vordergrund steht. Ganz vorne anzusiedeln sind die zahlreichen Rededuelle zwischen Marlin und Dorie, die wohl zu den absoluten Highlights des Films zählen. Da wäre eben Marlin, als besonnener Clownfisch, der zwar mehrmals genötigt wird einen Witz zu erzählen, doch die Pointe bereits zu Beginn seiner Erzählung verrecken lässt. Ihm gegenüber steht die hibbelige und alles nach kurzer Zeit vergessene Dorie, die dafür lesen kann und auch „Grundkenntnisse“ in der Sprache der Wale besitzt, die im weiteren Verlauf der Geschichte nicht ganz unerheblich sind. Die Synchronstimmen konnten für diese beiden in Form von Christian Tramitz („Der Schuh des Manitu“, „Bullyparade“) und vor allem Anke Engelke wohl nicht besser besetzt werden und vor allem Engelke scheint für diese Rolle wie geschaffen zu sein. So penibel die Konturen und Gesichtszüge der Fische am Computer entstanden, so groß scheint den Sprechern der Spaß an der Arbeit zu „Findet Nemo“ gefallen zu haben. Hinzu kommen unzählige Fischarten, die alle ihre Eigenarten und Dialekte haben und das ein oder andere mal die Wege von Marlin und Dorie kreuzen. Besonders erwähnen muss da wohl die drei Haie Bruce, Hammer und Hart, die sich zu den Vegetariern unter den Haien entwickeln möchten und nach dem Motto „Fische sind Freunde, kein Futter“ leben. Die beiden Haie Hammer und Hart werden von den sonst äußerst nervigen Erkan & Stefan synchronisiert, doch selbst diese können mit ihrer für ihre Verhältnisse fast zurückhaltenden Art überzeugen. So könnte man noch unzählige weitere Figuren des Films hervorholen, sei es nun der kleine Tintenfisch der sich beim Anblick der Haie in die „Hose“ macht oder die stetig „meins“ rufenden Möwen, die gegen Ende des Films eine grandiose „Die Vögel“-Parodie auf die Leinwand legen. Natürlich darf auch die ein oder andere Anspielung auf „Der weisse Hai“ nicht fehlen und selbst das Einbringen einiger anderer „Pixar“-Helden aus vergangenen Tagen liessen sich die Macher nicht nehmen. Der von „Disney“ gern gezeigte moralin getränkte Zeigefinger bleibt gottlob im Hintergrund, natürlich soll den kleinen Besuchern auch hier eine gewisse Botschaft mitgegeben werden, doch geschieht dies hier angenehm im Hintergrund liegend niemals störend. „Findet Nemo“ hat den großen Erfolg ohne Frage verdient und es sollte nach diesem mit dem Teufel zugehen, wenn von den überaus witzigen Figuren kein zweites Abenteuer den Weg auf die große Leinwand schaffen würde. Dies ist ohne Frage ein Film den man, egal welchen Alters, im Kino gesehen haben MUSS, denn allein von den Bildern, den Farben und der ganzen Atmosphäre die „Findet Nemo“ versprüht, kann man sich auf dem heimischen TV sicherlich nicht so einfangen lassen. Ein absolutes Highlight des Trickfilms, das technisch auf allerhöchstem Niveau umgesetzt wurde und alles bisher auf diesem Sektor gesehene in den Schatten stellt.


Autorwertung: 9.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

Only registered users may post a comment.

There are currently no user submitted comments.




powered by Simple Review