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The Virgin Suicides

Review von Thomas, 02.07.03


Cover Bereits im Jahre 1999 erblickte das amerikanische Drama "The Virgin Suicides", entstanden unter der Hand von Sofia Coppola, das dämmrige Licht der Kinowelt. Das Regiedebüt der Tochter von Erfolgsfilmer Francis Ford Coppola, Schöpfer von Klassikern wie "Apocalypse Now" und "Der Pate", rief zuerst die Kritiker auf den Plan, nämlich jene, die Sofia Coppolas Versuche im Bereich der Schauspielerei ("Der Pate 3") seinerzeit zünftig verrissen hatten. Doch mit der Verfilmung der 1993 erschienenen Romanvorlage von Jeffrey Eugenides gleichen Namens belehrte Sofia Coppola, obendrein noch für die Adaption des Drehbuches verantwortlich, alle Zweifler eines besseren.

Michigan in den 70ern. In einem Vorort der Stadt geben die fünf hübschen wie mystisch anmutenden Töchter der Familie Lisbon den verträumten Jungs im Viertel Rätsel auf. Die Eltern (James Woods und Kathleen Turner) hüten ihre Kinder wie Schätze, mehr denn je als sich der jüngste Spross der Familie plötzlich das Leben nimmt. Einzig die nymphengleiche Lux (Kirsten Dunst) versucht der spiessigen Isolation durch den lethargischen Vater und der religiösen Mutter zu entkommen. Als der kesse Teenager die Grenzen des Erlaubten überschreitet werden die Mädchen von der Schule genommen und komplett abgeschottet. Einzige Zeugen der daraus resultierenden Tragödie bleiben die neugierigen Nachbarjungen, in ihrer Vergötterung der unerreichbaren Schönen für immer an diese gebunden.

Sofia Coppola ist mit "The Virgin Suicides" ein sensibles, grossartig gespieltes Melodram in ruhigen, fast schwärmerischen Bildern gelungen. Die rudimentäre Handlung dient dabei lediglich der eindringlichen Zustandsbeschreibung einer zerrütteten Familie. Darüber hinaus verleihen der nüchterne Erzählstil und eingebaute Interview-Statements, sowie der im Originalton von Giovanne Ribisi ("Suburbia", "Saving Private Ryan") gesprochene Offset-Erzähler für einen dokumentarischen Unterton. Obendrein steuern auch der atmosphärische Elektro-Pop der Gruppe AIR und der schwarzhumorige Grundton der bitteren Chronik einen nicht unbedeutenden Teil zum Gesamtbild des aussergewöhnlichen Werkes bei. Bis in die kleinste Nebenrolle exquisit besetzt, zeichnen sich die schauspielerischen Leistungen der Akteure vor allem durch Subtilität und Zurückhaltung aus. So gibt es neben James Woods ("Salvador", "Casino", "Vampires"), Kathleen Turner ("Der Rosenkrieg", "Serial Mom") und Jungstar Kirsten Dunst ("Interview mit einem Vampir", "Verrückt/Schön") unter anderem ein Wiedersehen mit Teenieschwarm Josh Hartnett ("Pearl Harbor", "40 Tage und 40 Nächte") in einer seiner ersten Rollen, Scott Glenn ("Extreme Justice", "Absolute Power"), Michael Pare ("Das Philadelphia Experiment", "Moon 44") und Danny DeVito ("Einer flog über das Kuckucksnest", "Batmans Rückkehr"). Freunde anspruchsvollerer Unterhaltung sollten sich "The Virgin Suicides" wirklich nicht entgehen lassen. Nicht entgehen lassen sollte man sich auch das Bonusmaterial der Dvd, das neben optional wählbarem Ton in englisch und deutsch ein tiefgründiges "Making of", sowie Trailer, ein AIR Musikvideo und diverse andere "Special features" bietet.


Autorwertung: 8.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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