Joint Security Area Review von Thomas, 01.07.03
Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist die Halbinsel Korea geteilt, das einst vereinte Volk in Kapitalisten und Kommunisten aufgesplittet. Lediglich eine 4 Kilometer breite entmilitarisierte Zone, die Joint Security Area, bildet das beiderseits streng bewachte Verbindungsglied zwischen den verhärteten Fronten. Vor dem Hintergrund dieser weltpolitischen Krisensituation erzählt der Südkoreanische Regisseur Park Chan-Wook in seinem gefeierten Drama "Joint Security Area" eine bewegende Geschichte über verbotene Freundschaft, irrsinnige Feindbilder und Soldaten, die eigentlich Brüder, keine Feinde sein sollten. In der Sicherheitszone des koreanischen Grenzlandes hat sich ein Vorfall ereignet, bei dem zwei Armeeangehörige des kommunistischen Nordens ihr Leben lassen mußten, während ein dritter, der Soldat Oh Kyong-Pah (Song Kang-Ho - "The quiet family", "Shiri") verletzt überlebte. Der südkoreanische Obergefreite Lee Soo-Hyeok (Lee Byung-Hun - "Runaway", Elegy of the earth") soll die blutigen Morde im Zuge einer gescheiterten Entführung begangen haben, zumindest läßt das Militär einzig diesen Schluß zu. Von der "Überwachungskommission der neutralen Staaten" wird Sophie Lang (Lee Yeong-Aeh - "Shall we kiss?", One fine spring day"), Schweizerin koreanischer Abstammung, in das Krisengebiet gesandt, um den Vorfall zu rekonstruieren. Doch scheinen die gegnerischen Parteien an einer wahrheitsgemäßen Aufklärung des Falles nicht interessiert und zeigen sich vielmehr darum bemüht, die Geschichte für Propagandazwecke auszuschlachten. Doch resultieren die tatsächlichen Begebenheiten und die daraus folgende Tragödie einzig aus menschlicher Annäherung und der Überwindung politischer Barrieren.Ungeschönt und unspektakulär, dafür in erlesene Bilder gebettet, zeichnet Regisseur Park Chan-Wook ("The Threesome", "Moon is the sun´s dream") das präzise Stimmungsbild eines geteilten Volkes und verzichtet dabei wohltuenderweise auf eine einseitige Aufrollung der fiktiven Geschichte. Vielmehr zeigt er unter kritischer Betrachtung beider Seiten und anhand der Schicksale jeweils zweier Angehöriger der verschiedenen politischen Auffassungsrichtungen die beinahe identische Gefühlslage jener Männer auf und kreirt somit ein ergreifendes Plädoyer für Toleranz und Gleichheit. Neben der packenden Inszenierung, in deren Zuge die Ermittlungen und diverse Rückblicke auf imposante Art verschmelzen und der guten Kameraarbeit durch Kim Sung-Bok tragen aber auch die durchweg überzeugenden Darsteller, allen voran Song Kang-Ho, zur Klasse von "Joint Security Area" bei, welcher mit 6 Millionen Zuschauern erfolgreichster Film des Kinojahres 2001 in Südkorea war und obendrein diverse Auszeichnungen auf verschiedenen Festivals nach sich zog. "Joint Security Area" ist ein ehrlicher, wenngleich auch zweifelsohne bitterer Militär-Thriller, den sich nicht nur Freunde des fernöstlichen Kinos keinesfalls entgehen lassen sollten.
Autorwertung: 8.0 von 10 Punkten Leserwertung: N/A von 10 Punkten
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