Fulltime KillerReview von Christian, 25.06.03 Nachdem HongKong-Regisseur Johnny To mit seinen letzten beiden von mir betrachteten Werken „Running out of Time“ und „The Mission“ mich nicht gänzlich überzeugen konnte, sorgt er mit seinem letzten Streich „Fulltime Killer“, der diese Tage in der Videothek seines Vertrauens abzuholen sein sollte, für grandiose Unterhaltung „Made in Hongkong“ und zeigt ganz nebenbei, warum das Asiatische Action Kino dem Amerikanischen nicht nur eine Nasenspitze voraus ist. „Fulltime Killer“ erzählt die Geschichte der beiden jungen und ganz oben in der Hierarchie stehenden Profi-Killer O (Takashi Sorimahci) und Tok (Andy Lau), die jeder für sich und mit ihrer Art der Beseitigung von Personen einmalig sind uns sich auch grundlegend unterscheiden. Während O der ruhigere und zurückgezogenere der beiden ist, fällt Tok durch spektakuläre Morde und ein Faible für US-Actionfilme auf. Da O jedoch zuverlässiger und weniger auffällig agiert steht er in der Gunst der Auftraggeber höher als Tok dar, was dieser ändern möchte und fortan Jagd auf den Kontrahenten macht. Als Bindeglied zwischen den beiden steht die junge Chin (Kelly Lin), die seit geraumer Zeit die Wohnung von O putzt und sich in gewisser Hinsicht zu ihm hingezogen fühlt, auf der anderen Seite aber auch die Bekanntschaft mit Tok macht und sich auch in ihn ein wenig verliebt. Während O die Wahrheit über seine Tätigkeit geheimhält so gut es geht, konfrontiert Tok Chin so oft es geht mit der Tatsache das er Profi-Killer ist. Zu Beginn nimmt sie ihm dies nicht ab, doch im Laufe der Zeit kreuzen sich die Wege der beiden Killer immer häufiger und auch die Polizei, allen voran der eifrige Inspektor Lee (Simon Yam), ist den beiden Killern auf den Fersen. Nachdem die großen Namen des asiatischen Actionkinos John Woo, Ringo Lam oder Chow-Yun Fat bereits vor Jahren ihren Weg gen Westen angetreten hatten, wurde es etwas ruhiger was brachiale wie bildgewaltige Bloodshed-Streifen aus Fernost anging. Der Stil der Macher veränderte sich ein wenig, weniger düster zeigten sich die Werke und auch „Fulltime Killer“ ist ein passendes Beispiel dafür, dass in der ehemaligen Kronkolonie die Uhren anders ticken, wenn auch nur ein bißchen. „Fulltime Killer“ kommt beinahe schon in einem poppigen Gewand daher, was an der typischen schnellen Schnittfolge, den völlig überstilisierten Figuren bzw. Action-Sequenzen, wilden Kameraspielchen, als auch der bunten wie modischen Klamottenwahl von Co-Hauptdarsteller Andy Lau („Running out of time“, „God of Gamblers“) liegt, der statt dunkler Anzüge mit weissem Hemd gern mal ne rote Lederjacke trägt und Zitate aus seinen Lieblings-US-Actionfilmen in den Raum wirft bzw. eine Präsidentenmaske wie die Gangster in „Gefährliche Brandung“ trägt. Inspirierte das HK-Kino vergangener Jahre noch einen Großteil der heutigen Regie-Elite aus Hollywood, so scheint es als würde sich der Kreis wieder schließen und einige asiatische Filmemacher schielen gelegentlich mit einem Auge doch mal rüber ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Was auf jeden Fall in gewisser Hinsicht dieser „neuen“ Art der Inszenierung schadet ist die Charakter Zeichnung, denn diese fällt zumindest bei „Fulltime Killer“ relativ schwach aus, was aber auch durch nicht wirklich herausstechende Leistungen der Protagonisten unterstützt wird. Gerade die beiden Killer Andy Lau (Tok) und Takashi Sorimachi (O), im wirklichen Leben gefeierte Pop-Stars aus Fernost, schaffen es nicht gänzlich zu überzeugen. Zwar kann der Betrachter die Hass-Liebe zwischen den beiden grundsätzlich verschiedenen Killern nachvollziehen, doch wenn man sich einen Chow-Yun Fat anstelle der beiden vorstellt hätte noch viel, viel mehr aus „Fulltime Killer“ in dieser Hinsicht werden können. Die weibliche Rolle wurde dafür in Form von Kelly Lin („Running out of Time 2“) optimal besetzt und bietet auch das darstellerische Highlight von „Fulltime Killer“. Sie spielt die zwischen den beiden Killern stehende junge Frau, die sich im Laufe der Zeit für eine Seite entscheiden muss mehr als ansehnlich und kann ihre männlichen Kollegen ein ums andere mal blass aussehen lassen. Nicht ganz verständlich wirkt die Rolle des Inspektor Lee, der vom alten Haudegen Simon Yam („Naked Killer“, „Bullet in the Head“) verkörpert wird. Fast den ganzen Film über taucht er nur sporadisch auf, allerdings nimmt die Entwicklung seiner Figur im letzten Drittel fast schon dramatische Züge an, die zumindest ich nicht immer nachvollziehen konnte. Doch genug über Akteure geunkt, denn handwerklich kann „Fulltime Killer“ auf ganzer Linie überzeugen. Die zahlreichen Shootouts sind furios und stellenweise atemberaubend inszeniert. Schnelle Schnitte, Kamerafahrten und Zeitlupen, dazu die Killer mitten im Geschehen, die meist beidhändig ihre Wiedersacher ins Reich ihrer Ahnen schicken und optisch in feinstem Gewand präsentiert werden. In diesen Momenten kann man auch getrost die ein oder andere Schwäche des Drehbuchs oder einiger Darsteller verschmerzen. „Fulltime Killer“ ist ganz sicherlich kein Highlight des asiatischen Films, doch zumindest ein äußerst cooler wie unterhaltsamer Film. Autorwertung: 7.0 von 10 Punkten Leserwertung: N/A von 10 Punkten Only registered users may post a comment. 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Nachdem HongKong-Regisseur Johnny To mit seinen letzten beiden von mir betrachteten Werken „Running out of Time“ und „The Mission“ mich nicht gänzlich überzeugen konnte, sorgt er mit seinem letzten Streich „Fulltime Killer“, der diese Tage in der Videothek seines Vertrauens abzuholen sein sollte, für grandiose Unterhaltung „Made in Hongkong“ und zeigt ganz nebenbei, warum das Asiatische Action Kino dem Amerikanischen nicht nur eine Nasenspitze voraus ist. „Fulltime Killer“ erzählt die Geschichte der beiden jungen und ganz oben in der Hierarchie stehenden Profi-Killer O (Takashi Sorimahci) und Tok (Andy Lau), die jeder für sich und mit ihrer Art der Beseitigung von Personen einmalig sind uns sich auch grundlegend unterscheiden. Während O der ruhigere und zurückgezogenere der beiden ist, fällt Tok durch spektakuläre Morde und ein Faible für US-Actionfilme auf. Da O jedoch zuverlässiger und weniger auffällig agiert steht er in der Gunst der Auftraggeber höher als Tok dar, was dieser ändern möchte und fortan Jagd auf den Kontrahenten macht. Als Bindeglied zwischen den beiden steht die junge Chin (Kelly Lin), die seit geraumer Zeit die Wohnung von O putzt und sich in gewisser Hinsicht zu ihm hingezogen fühlt, auf der anderen Seite aber auch die Bekanntschaft mit Tok macht und sich auch in ihn ein wenig verliebt. Während O die Wahrheit über seine Tätigkeit geheimhält so gut es geht, konfrontiert Tok Chin so oft es geht mit der Tatsache das er Profi-Killer ist. Zu Beginn nimmt sie ihm dies nicht ab, doch im Laufe der Zeit kreuzen sich die Wege der beiden Killer immer häufiger und auch die Polizei, allen voran der eifrige Inspektor Lee (Simon Yam), ist den beiden Killern auf den Fersen.