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Bibi Blocksberg

Review von Thomas, 25.06.03


CoverEs gibt wohl niemanden der sie nicht kennt, die Abenteuer von Bibi Blocksberg. Seit mehr als 20 Jahren begeistert die kleine Hexe jung und alt gleichermassen, über 30 Millionen verkaufte Audiokassetten sprechen in diesem Zusammenhang eine mehr als deutliche Sprache. Nun hat Bibi den Sprung aus den hiesigen Kinderzimmern auf die Kinoleinwand vollzogen, mit einem Budget von knapp 6 Millionen Euro und einer überaus namhaften Besetzung im Rücken.

Grosse Freude im Hause Blocksberg! Weil die kleine Bibi (Sidonie von Krosigk) zwei Kinder gerettet hat, soll sie durch den grossen Rat der Hexen schon frühzeitig ihre eigene Kristallkugel ausgehändigt bekommen. Klar, dass Mutter Barbara (Katja Riemann), ebenfalls Angehörige der Hexenzunft, schier platzt vor Stolz. Einzig Vater Bernhard (Ulrich Noethen) ist mässig begeistert, reicht dem normalsterblichen Angestellten doch bereits eine ausgelernte Hexe im Haus. Doch dann kommt alles ganz anders: Weil die durchtriebene Rabia (Corinna Harfouch) die für Bibi bestimmte Kugel bei der offiziellen Zeremonie fallen lässt, muss ihre eigene als Ersatz für den arkanen Nachwuchs herhalten. Pech nur, dass sich darin ausgerechnet das kürzlich gestohlene Rezept eines ewig junghaltenden Elixiers befindet. Um wieder in den Besitz ihres aberkannten Eigentums zu gelangen greift Rabia tief in die Trickkiste und versucht das Familienglück der Blocksbergs auf immer zu zerstören.

Beim Betrachten von "Bibi Blocksberg" drängt sich unweigerlich der Verdacht auf, dass die Produzenten lediglich im Fahrwasser von "Harry Potter" ihre Schäfchen ins Trockene bringen wollten. Regisseurin Hermine Huntgeburth ("Das Trio") lässt im Zuge ihrer mauen Inszenierung jegliche kindlich-naiven Elemente der Hörspiele vermissen. Darüber hinaus steht dem Film schlicht das mittelmässige Drehbuch im Wege, welches relativ witz- und spannungslos daherkommt und dabei versucht manch oberpeinliche Gesangseinlage in das Geschehen zu involvieren. Zwar können die zahlreichen Spezialeffekte überzeugen, doch schiesst "Bibi Blocksberg" im Bezug auf ihr Hörspiel-Alter-Ego doch deutlich über das Ziel hinaus und versprüht in kaum einem Moment den Zauber der Vorlage. Dabei verblasst auch die ansehnliche Besetzung um Jungmimin Sidonie von Krosigk ("Autsch, du Fröhliche"), Katja Riemann ("Der bewegte Mann", "Bandits"), Ulrich Noethen ("Comedian Harmonists", "Das Sams") und Corinna Harfouch ("Der grosse Bagarozy", "Bis zum Horizont und weiter") eingeschlossen. Somit dürfte Bibi Blocksbergs weichgespülter Ausflug auf die Leinwand wohl so manchen Fan der Hörspiele arg enttäuschen und einzig diejenigen ergötzen, die mit der Vorlage recht wenig am Hut haben oder jene gar überhaupt nicht kennen.


Autorwertung: 4.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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