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Austin Powers in Goldständer

Review von Thomas, 25.06.03


Cover Eigenen Aussagen Zufolge litt Komödien-Star Mike Myers lange Zeit unter einem hausgemachten Vaterkomplex, wobei er die Auffassung vertrat, er müsse es seinem mittlerweile verstorbenen Erzeuger Eric im Bezug auf sein komödiantisches Wirken einfach zu jeder Zeit Recht machen, sich permanent beweisen. Diese Zwänge bzw. Erfahrungen fanden letztendlich Verwendung im Drehbuch zum neuesten Streich von Myers alter ego, dem britischen Superagenten Austin Powers. Denn das nach dem weltweiten Erfolg der ersten beiden Powers-Missionen, wobei der zweite Auswuchs der Reihe, "Austin Powers - The spy who shagged me", mehr als 300 Mio. Dollar allein in Amerika in die Kassen spülte, einmal mehr die Rettung der gesamten Welt auf dem Spiele stehen würde, lag nicht zuletzt auch wegen des erhöhten Kultpotentials des drolligen Spions klar auf der Hand. Dabei bekommt es der schärfste Agent im Dienste ihrer Majestät natürlich auch in "Goldständer" wieder mit seinem fiesen Gegenspieler Dr. Evil (ebenfalls Mike Myers) zu tun. Dieser entführt nämlich kurzerhand Austins Vater Nigel Powers (Michael Caine), seines Zeichens ebenfalls gewiefter Geheimagent, ins Jahr 1975, unmittelbar in die Fänge des durchtriebenen Goldständer (wieder Mike Myers). Für den sexy Spion mit dem extremen Brusthaartoupet und dem dezenten Überbiss die Gelegenheit, seinem Erzeuger den endgültigen Beweis seiner Fähigkeiten entgegenzubringen. In der dritten Geschichte um Austin Powers dreht das Gespann um Regisseur Jay Roach ("Meine Braut, ihr Vater und ich") und Hauptdarsteller und Co-Autor Mike Myers mächtig auf. Bereits der absolut irre Auftakt, eine Film-im-Film-Parodie, bei der sich mal eben die Superstars Tom Cruise, Gwyneth Paltrow, Kevin Spacey, Danny DeVito und Steven Spielberg die Ehre eines Gastspiels geben, fegt den Zuschauer förmlich aus dem Sessel, wobei im Zuge dieser selbstironischen Zerstückelung des Trash-Phänomens Austin Powers auch noch im direkten Anschluss Pop-Sternchen Britney Spears auftaucht. Jedoch verheisst ein solch furioser wie denkwürdiger Auftakt zumeist, dass dem Film im weiteren Verlauf gehörig die Puste ausgeht. Bei "Austin Powers in Goldständer" bleibt der Zuschauer trotz einer Fülle banaler Albernheiten von Ideenlosigkeit und platten Gags weitesgehend verschont, als einzig erwähnenswerte Mankos in diesem Zusammenhang seien lediglich das schwache Finale und die kassenträchtige Anpreisung des schwer in Mode gekommenen Fäkalhumors in Gestalt des Powers-Opponenten "Fieser Fettsack" (schon wieder Mike Myers) erwähnt. Hinsichtlich des parodistischen Faktors hat "Goldständer" gegenüber den Vorgängern deutlich die Nase vorn, allein die Querverweise auf James Bond, das blosse Einbringen von 60s-Ikone Michael Caine ("Get Carter", "Gottes Werk und Teufels Beitrag"), im übrigen wie sein Filmfilius Austin im Jahre 2000 von der Queen in den Adelsstand erhoben und die Hommage ans "Blaxploitation"-Fach anhand der Namensgebung von Austins weiblicher Kollaborateurin Foxxy Cleopatra ("Destiny´s Child"-Sängerin Beyonce Knowles) , eine linguistische Ode an die "Black-Queen" der Siebziger Pam Grier ("Foxxy Brown"), sowie "Cleopatra Jones"-Darstellerin Tamara Dobson. Darüber hinaus lässt die Geschichte aber auch diesmal wieder genügend Raum, der Schar an liebgewonnenen Figuren Erweiterungen ihrer Charakterzüge und Profilneurosen zu verpassen. Angesichts solch stilisierten Unfugs sieht man den Darstellern den Spass an der Arbeit förmlich an, allen voran Mike Myers ("Wayne´s World", "Studio 54") läuft in seinen vier verkörperten Rollen einmal mehr zu Höchstform auf. Somit bildet "Austin Powers in Goldständer" den bisherigen Höhepunkt der Reihe, garantiert umwerfend komische und permanent alberne Agentenfilm-Parodie. Leider nur fiel die gewohnt schlechte deutsche Synchronisation fast noch miserabler aus als bei den beiden Vorgängern.


Autorwertung: 7.0 von 10 Punkten
Leserwertung: N/A von 10 Punkten

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