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Settle the Score (Interview Juli 2008)



 Zu Beginn vielleicht für diejenigen, denen SETTLE THE SCORE nicht so ein Begriff ist. Was könnt Ihr in ein paar Sätzen zum Werdegang von der Gründung bis heute sagen?

Uns gibt es schon seit 1999. Wir sind damals aus einer Idee von Peter (damaliger Bassist) und von mir entstanden, dass es einfach mal eine Band geben müsste, wo Bud einfach singen sollte. So haben wir uns noch einen Drummer und einen weiteren Gitarristen gesucht und einfach angefangen. Unser erstes Demo kam dann auch 1999 raus und bald danach folgte auch die erste MCD. Seitdem haben wir stetig versucht mehr Shows zu spielen, mehr Songs zu schreiben und einfach weiter in der Hardcore-Scene present zu werden. So kam es dann zum ersten Album „Royal Flash“ 2002, dann 2005 „Five Knuckle Philosophy und nun „Back To The Streets“

In den letzten Jahren wurde es doch etwas ruhiger um SETTLE THE SCORE, wofür es sicherlich mehrere Gründe gegeben hat. Was könnt Ihr zu Eurer kleinen „Auszeit“ sagen?

Wir hatten schon direkt nach der „Five Knuckle Philosophy“ einige Wechsel innerhalb der Band, wo wir auch schon öfters den Gedanken hatten komplett aufzuhören. Weil es doch anstrengend ist eine bestehende Band umzustellen, weil es oft nicht mehr das Gleiche ist. Doch wir haben es trotz Allem immer wieder weiter versucht und doch die passenden Personen gefunden, sei es mit dem Devo an den Drums, der uns ja leider auch wieder verlassen hat Anfang des Jahres, da er demnächst stolzer Vater wird und seit April durch den Anas ersetzt wurde, oder auch dem Sven am Bass. Bud und ich konnten uns einfach nicht von allem trennen und wollten es weiter versuchen und haben dann wieder zusammen mit den anderen an neuen Sachen gearbeitet.

Mit „Back to the Streets“ erscheint aktuell Euer erstes Studioalbum nach mehr als drei Jahren. Wie war es diesmal, nach dieser doch recht langen Zeit ins Studio zu gehen und vor allem mit den neuen Leuten zu arbeiten?

Mit den neuen Leuten war es natürlich interessant zu arbeiten, da auch dadurch ein anderer und etwas neuerer Einfluss bei SETTLE THE SCORE rein gekommen ist. Einige Sachen wollten wir auch anders machen und jeden aus der Band mehr in allen Sachen mit einbeziehen. Die Studioarbeit hat auch schon viel früher angefangen als die Veröffentlichung. Wir haben auch diesmal eine andere Art des Aufnehmens im Studio verwendet. Wir haben uns meist nach der Arbeit für nur ein paar Stunden getroffen und nicht alles innerhalb von 3 Wochen eingespielt. Dazu kam natürlich noch, dass das Album nicht auf „Alveran“ rausgekommen ist und sich dadurch auch das Release-Datum nach hinten verschoben hat, weil wir uns auch mit der weiteren Entscheidung Zeit lassen wollten. So kam es dann auch, dass wir viel mit dem Cuny und dem Thomas von „Mindtransplant“ beredet haben, wie wir dieses Release gestalten und rausbringen.

Inwieweit konnten die neuen Bandmitglieder schon etwas zum Sound von SETTLE THE SCORE beisteuern? Gab es – bedingt durch die Wechsel – nun eine andere Vorgehensweise einen Song einzuspielen?

Doch schon einiges. Nach der „Five Knuckle Philosophy“ gab es schon ein paar Songvorschläge die wir dann mit dem Devo und dem Sven ausgearbeitet haben, weil wir auch deren Einflüsse als Bestandteil der Band sehen und das auch wiedergeben wollten. Es gab einige Neuerungen beim Einspielen. Wir hatten eine „Schmutzspur“ die ich bereits zu Hause vorproduziert hatte, welche dann für den Drummer bei der Probe sowie auch im Studio genutzt wurde. Natürlich auch die Wahl der Drums und des Gitarrensounds. Unser Ziel war einfach näher an unseren Vorstellungen zu kommen wie wir uns selber sehen und das auch versuchen soweit wie möglich auf Platte zu bringen. Somit haben wir auch keine Trigger etc. benutzt, sondern wollten einfach mehr die Natürlichkeit einfangen, die man auch live performed. Das ist ja auch meist das schwierigste bei einer Studioaufnahme. Man will ja Beides. Zum einen eine saubere Produktion und zum anderen das Spontane. Ich denke wir haben da eine gute Mischung gefunden.

Wie bewertet Ihr die Hardcore-Szene im Jahre 2008? Was hat sich grundsätzlich verändert, seid Ihr angefangen habt selbst Musik zu machen oder das erste Mal mit dieser Szene überhaupt in Kontakt gekommen seid?

Ich denke die Hardcore-Szene ist gewachsen. Ich kann mich noch erinnern, als es noch nicht einmal E-mails gab und viele Sachen noch per Brief geklärt wurden. Wir sind damals auf viele Shows gefahren um Flyer zu bekommen und zu sehen, wo denn dann wieder die nächste Show ist. Heutzutage geht man ins Internet und wenn man will findet man an einem Wochenende mehrere Shows wo man hingehen könnte. Dadurch ist auch die Szene viel schnelllebiger geworden. Es gibt auch meiner Meinung nach viel mehr Gruppierungen in der Szene als damals. Mir kam es früher eher so vor als würden alle an einen Strang ziehen und einfach gemeinsam auf HC-Shows gehen um Spaß zu haben. Heutzutage gibt es viel mehr Musikstile die in Hardcore mit eingemischt sind und somit auch die verschiedenere Gruppierungen.

 Die Gewalt auf Hardcore-Konzerten wird wieder häufiger thematisiert und kontrovers diskutiert. Wie seht Ihr die Entwicklung bspw. auf einem Festival wie dem „Pressure“, wo Ihr ja beispielsweise auch in diesem Jahr gespielt habt?

Die „Gewalt“ wie Du sie nennst, gab es schon immer. Es wurde schon damals hart getanzt und es waren energiegeladene Shows. Das einzige was mir häufiger auffällt ist der fehlende Respekt und die Toleranz anderen gegenüber. Es gibt ja leider immer wieder vereinzelte Personen, die andere provozieren wollen, was in meinen Augen nichts mehr mit Hardcore zu tun hat. So habe ich Hardcore auch nicht kennen gelernt. Für mich waren damals die Shows zwar hart aber fair. Es wurde vielmehr zusammen gefeiert. Es gibt doch einige Leute die denken, dass Hardcore mit „t“ geschrieben wird. Solche Leute stellen oft etwas dar, was sie nicht wirklich sind. Wenn ich das „Pressure-Fest“ betrachte, muss ich sagen, dass das Publikum doch sehr gemischt ist und dort insgesamt auch eine gute Stimmung herrscht. Ich denke, das „Pressure-Fest“ hat sich schon sehr gut etabliert und ist ein gutes Festival um viele verschiedene Bands zu sehen.

In Eurem neuen Video sind zum Beispiel diese aufblasbaren Baseballkeulen mit Smiley-Logo zu sehen, die im Pit entsprechend eingesetzt werden. Wer hatte die Idee zu dieser doch irgendwie augenzwinkernden Aktion?

Haha die Idee stammt von mir. Es ging sich in erster Linie darum mal was Besonderes zu machen, womit keiner wirklich rechnet und was zu der neuen Platte „Back To The Streets“ passen würde. Und da sind mir die aufblasbaren Keulen eingefallen. Wir wollten auch damit zeigen, dass man gerade auf Hardcore Shows wieder mehr Spaß haben sollte, mit einem Lächeln im Gesicht und nicht mit einer angestrengten Miene. Ich denke die ganze Aktion wurde auch genauso angenommen und ich war schon etwas neidisch, nicht selber im Publikum mit einer Keule austeilen zu dürfen.

SETTLE THE SCORE sind eher als Old-School bekannt. Wie schätzt Ihr die aktuelle musikalische Entwicklung im Hardcore ein? Gibt es etwas was Euch besonders gefällt und auch etwas mit dem Ihr überhaupt nichts anfangen könnt?

Hardcore hat sich immer entwickelt. Es gab die Zeit wo viel Metal in die Songs eingeflossen ist. Im Moment aber denke ich ist es eher Beatdown was sehr angesagt ist in einigen Regionen. Wir sind da alle doch etwas verschieden was den Musikgeschmack angeht. So hat jeder seine Vorlieben, sei es vom Oldschool über Melodic, NYHC bis hin zu Metal. Das einzige was wir meistens etwas schade finden ist, dass es doch immer wieder bei einigen Shows zu einem großen Halbkreis kommt vor der Bühne anstatt gerade vorne alles mit Leuten zu füllen und dadurch wieder mehr die Möglichkeit zu geben Stagediving zu machen und einen eng gefüllten Pit zu starten.

Ihr seid ja auch über die Grenzen Deutschlands hinaus präsent. Wie unterscheiden sich die Konzerte in Deutschland zu anderen Ländern? Gibt es da gravierende Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen und Kulturen? Vor allem innerhalb der Szene?

Im Grossen und Ganzen gibt es keinem gravierenden Unterschiede. Man merkt schon, dass Hardcore verbindet. Der Grundgedanke ist überall gleich und man fühlt sich schnell heimisch. Natürlich gibt es auch in anderen Ländern verschiedene Regionen wo z.B. Oldschool oder auch andere Sachen beliebter sind. Manche Leute sind offener für Neues und auch toleranter anderen gegenüber.

Nach einigen Jahren geht Ihr und „Alveran“ nun getrennte Wege. Was sind die Gründe dafür und wie kam dann die Kollaboration mit „Filled With Hate Records“ zustande?

Wir waren bis zu dem Zeitpunkt der Trennung mit „Alveran“ zufrieden. Als wir dann anfingen mit den Aufnahmen und uns über die weiteren Schritte unterhalten haben, gingen die Meinungen etwas auseinander. So haben wir dann von beiden Seiten beschlossen, dass die Vorstellungen nicht übereintreffen und wir uns dann getrennt haben. Nach längerem Überlegen der Labelsuche sind wir dann als Band zum Entschluss gekommen, dass wir unser Album, so wie auch früher, auf unsere eigene Kappe rausbringen wollten , also D.I.Y.!! So haben wir uns drum gekümmert wie man das am Besten anstellt. Da kam dann auch Axel von „Filled With Hate“ ins Spiel. Da wir ihn auch schon seit Anfang an kennen, haben wir ihn mit ins Boot genommen um uns gegenseitig zu unterstützen. Die Platte wurde offiziell auf „T.ES-Records“ rausgebracht. Das ist das Label von Thomas, der auch unser Artwork und unsere Homepage designed hat und mit dem wir seit der „Five Knuckle Philosophy“ eng zusammen arbeiten. Somit bekam das Album ein offizielles Label und die Suche nach Vertriebspartnern konnte weiter gehen. Seit neuestem haben wir auch noch „SwellCreek/SuperHero Rec.“ mit ins Team aufgenommen, die uns weiter bei dem Vertrieb helfen werden.

Was habt Ihr nun wo das Album erschienen ist, für dieses Jahr noch geplant?

Jetzt im Juli haben wir uns eine kleine Auszeit genommen, weil die letzten Monate doch sehr stressig waren mit dem Release und dem neuen Drummer Anas. Natürlich muss auch mal Urlaub mit den Frauen gemacht werden. Ab August geht es dann wieder „Back To The Streets“ mit einigen Shows und für Sept./Okt. Ist eine 2-wöchige Tour in Planung mit LAST HOPE aus Bulgarien.

Gerne dürft Ihr noch ein paar Worte loswerden.

Erstmal vielen Dank für Euer Interesse an STS. Ich hoffe Ihr werdet so weitermachen wie bisher und bleibt ein Bestandteil unserer Szene. Stay True!!!

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