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Easy Money - Spür die Angst

Review von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , 25.05.12


Cover Das unbedingte Streben nach Reichtum und Macht nimmt im Kino nur selten ein gutes Ende. Der schwedische Thriller „Easy Money“ bildet dahingehend keine Ausnahme. Warum sollte er auch? Skandinaviens Krimi-Landschaft ist bekannt für schnörkellose Geschichten mit präzisem Blick für Typen und Milieus. Allerdings spielt das Gesetz in Daniel Espinosas brutalem Gangster-Drama eine bestenfalls untergeordnete Rolle. Die Protagonisten müssen stets mit der Konsequenz ihres kriminellen Handelns rechnen. Abgeschreckt werden sie aber weder von der Staatsgewalt noch ihren Widersachern in der Unterwelt.

Verdeutlicht wird dies schon zum Auftakt, wenn sich der junge Jorge (Matias Varela, „Storm“) kaltschnäuzig aus dem Strafvollzug verabschiedet und in Stockholm untertaucht. Er will das Land verlassen, sich durch die Einführung einer großen Menge Kokain aber vorher noch ein finanzielles Polster für die Zukunft schaffen. Parallel eingeführt werden Mrado (Dragomir Mrsic, „Gangster“), ein alternder serbischer Geldeintreiber, sowie der mittellose Student Johan (Joel Kinnaman, „Darkest Hour“), der sich als Taxifahrer bei einem Komplizen Jorges verdingt und vom Aufstieg in die Klasse der reichen und Schönen träumt.

Dort versucht er sich anzupassen und dazuzugehören. Schließlich will er einem Mädchen aus gutem Hause imponieren. Seine Eintrittskarte in ihre Welt ist die Zusammenarbeit mit Jorge und seinen Kumpanen, für die er die Finanzen regelt und die Geldwäsche organisiert. Die Schattenseiten des Verbrecherlebens lassen jedoch nicht lange auf sich warten. Die Bande gerät ins Visier der serbischen Konkurrenz. Auf die Gewalt war Johan nicht vorbereitet. Als Mrado, der sich nebenbei um seine fünfjährige Tochter kümmern muss, beauftragt wird, ihn zu finden, muss Johan eine Entscheidung treffen.

Espinosa, der in Hollywood anschließend den Thriller „Safe House“ drehte, kreuzt die Wege der drei Hauptprotagonisten ohne Hast. Über die rund zweistündige Spielzeit widmet er sich den trockenen Charakterstudien fast zu ausführlich. Sympathieträger gibt es in dieser kalten Welt des brutalen Eigennutzes keine. Von einer unbequemen Grundspannung ist die Verfilmung von Jens Lapidus‘ Roman „Stockholm Crime - Spür die Angst“ dennoch erfasst. Zwei Fortsetzungen sollen folgen. Von einem Ende, sei es nun gut oder nicht, kann nach diesem rauen, um authentische Milieuschilderungen bemühten Auftakt, also keine Rede sein.


Autorwertung: 7.0 von 10 Punkten

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