House at the End of the Street (USA 2012)

house-at-the-end-of-the-streetAm Ende der Straße steht ein Haus, in dem seltsame Dinge vor sich gehen. Oder gingen, wie es uns der Auftakt des Grusel-Thrillers „House at the End of the Street“ auftischt. Da erschlägt eine offenkundig etwas neben der Spur befindliche junge Frau ihre Eltern mit einem Hammer. Klar, dass die Mietpreise in unmittelbarer Umgebung darunter leiden. Aber viel Nachbarschaft gibt es in der beliebigen US-Kleinstadt sowieso nicht. Für Belebung sorgen ein paar Jahre später die frisch geschiedene Ärztin Sarah (Elizabeth Shue, „Leaving Las Vegas“) und ihre Tochter Elissa (Jennifer Lawrence, „Die Tribute von Panem“).

Sie beziehen nicht, wie es vielleicht zu erwarten wäre, das Haus mit mörderischer Vergangenheit, sondern das nächstgelegene, nur einen Steinwurf entfernte Domizil. Als neuen Nachbarn begrüßen sie bald Ryan (Max Thieriot, „My Soul to Take“), verbliebenen Sohn des getöteten Paares und Bruder der als Mörderin verschrienen und nie gefassten Carrie-Anne. Entgegen der mütterlichen Anweisung sucht Elissa die Nähe zu dem von jeder ruralen Gemeinschaft ausgeschlossenen Einzelgänger. Nur hütet der ein düsteres Geheimnis, das die ihm mehr und mehr zugeneigte Teenagerin bald in tödliche Gefahr bringt.

Die von Mark Tonderai („Hush“) solide abgespulte Schauermär, deren erste Entwürfe bereits seit Beginn des neuen Jahrtausends durch Hollywood geistern, profitiert vom internationalen Durchbruch ihrer Hauptdarstellerin. Jennifer Lawrence, die für ihre famose Darbietung in „Silver Linings“ mit dem Oscar bedacht wurde, gibt dem sichtlich auf ein Teenie-Publikum zugeschnittenen Horrorstreifen grundlegenden Reiz. Das allein reicht allerdings kaum, um den optisch bemüht an klassische Genrewerke angelehnten Standard-Schocker über den beliebigen Durchschnitt zu heben.

Obwohl die Besetzung routiniert agiert – die Lawrence darf gar Sangestalent beweisen – und man einen gewissen Spannungsbogen nicht leugnen kann, mangelt es „House at the End of the Street“ an Frische. Gesehen hat man das alles häufig – und nicht selten um Längen besser. Nebenfiguren – u.a. Gil Bellows („Ally McBeal“) als Polizist – sind rar gesät und kaum ausgearbeitet, die früh gestreute Fährte mit durchaus gelungenem Twist auf der Zielgeraden bleibt insgesamt zu harmlos. Unter dem Strich ein passabler Thriller mit Coming-of-Age-Touch, bei dem Sehen und Vergessen aber viel zu nah beieinander liegen.

Wertung: (5 / 10)

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