Hot Water Music – No Division (1999, Some Records)

hot-water-music-no-division„Live Your Heart And Never Follow”

Objektivität fällt manchmal schwer. Gerade bei einer Band wie HOT WATER MUSIC. Hier mag man mit Superlativen nur so um sich werfen. Und wenn man dann einem Album wie „No Division“ begegnet, geht einem jegliche objektive Herangehensweise sowieso flöten. Unter der Produzentenfuchtel von Walter Schreifels – durch Bands wie GORILLA BISCUITS oder QUICKSAND selbst zu großen musikalischen Ehren gekommen – entstand das vielleicht beste Album des Gainesville-Vierers. Obwohl die Mitglieder das Thema HOT WATER MUSIC seinerzeit eigentlich schon zu den Akten legten, denn „Live at the Hardback“ sollte ursprünglich ja eine Art Abschied darstellen. Gut, dass es anders gekommen ist.

Schreifels schaffte es vielleicht als erster, den Sound des Quartetts zu perfektionieren und inmitten des rauen und ungestümen auch die melodische Seite zu zeigen bzw. diese hervorzuheben. Genau dies ist wohl das prägnanteste Element von „No Division“, vor allem im Vergleich mit den Vorgängern. Das fällt gleich mit dem Opener „Southeast First“ auf, in dem Chuck Ragan mit voller Inbrunst sein raues Organ von der Leine lässt und der Mitgröl-Faktor im Refrain erstmals an den Höchstwerten kratzt. Nicht minder impulsiv und intensiv das von Chris Wollard gesungene „Free Gainesville Radio“. Die Leidenschaft der Band ist mit jeder Silbe, mit jedem Akkord spürbar. Intensiver könnten Ragan und Wollard die Texte nicht in die Welt schreien oder singen. Die Hymne schlechthin, „It’s Hard to Know“, dann als vierter Song. Was soll man hier noch an Worten verlieren, da mag man selbst zu Hause noch die Fäuste ballen und inbrünstig mitsingen. Gut auf Platte, unschlagbar live. Solche Songs sorgen auch heute noch für eine Gänsehaut.

Die Spielfreude wird nie gebremst. „At the End of a Gun“ oder „Rooftops“ sind zwei weitere grandiose Songs mit hohem Mitgröl- mit Mitfühlfaktor. Allerdings fällt es bei der Vielzahl unglaublicher Songs voller Energie und Leidenschaft schwer, wirklich einzelne hervorzuheben. Denn „No Division“ ist wohl der Meilenstein für HOT WATER MUSIC, als auch für alles was irgendwie dem Post-Core zugeordnet werden kann oder darf. Und wenn auf einem Konzert um einen herum hunderte von Menschen diese Songs mit der gleichen Leidenschaft mitsingen, dann weiß man um die Wichtigkeit dieses Albums. Ein absoluter Klassiker!

Wertung: (10 / 10)

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