Hell & Back – Slowlife (2017, Fond of Life Records)

Es gibt Platten, die muss man einfach gern haben. Würde man selbst Musik machen (können), so sollte sie verflixt noch mal klingen! Nicht aufgrund überbordender Progressivität oder revolutionärer Ideen, sondern schlicht ob der geteilten Liebe für einen bestimmten Sound und das mit ihm transportierte Gefühl. „Slowlife“, der zweite Langspieler von HELL & BACK, ist ein solches Werk. Denn die Stuttgarter bringen genau jenen Funken individueller Variation mit, der im Kombinat mit liebgewonnenen Standarten stattliche Begeisterungsfähigkeit nährt. Dafür braucht es nicht einmal allumfassendes Hitpotenzial. Feines Songwriting mit im Detail stimmigen Dissonanzen, gehaltvolle Texte und große Sympathiewerte sind mehr als genug.

Der Auftakt „Treasure Chest“ ist ein Türöffner von Format: temporeich, hymnenhaft und mit wohliger Anlehnung an den Punk-Rock der Neunziger. So schnell gehen in der Folge nicht alle Beiträge ins Ohr. Doch die Platte wächst. Vor allem ans Herz. Ein Gutteil der 12 Tracks folgt dem Beispiel des Openers. Die anderen gehen es eine Spur ruhiger, rockiger und melancholischer an. „Fiction & History“ ist ein gutes Beispiel, ein besseres noch das starke Titelstück. Keine Warmlaufphase veranschlagen auch „War. What Is It Good for?“, „It’s Not a Lie (If You Believe It)“ oder „Cringer“, die melodisch verspielt und mit stattlichem Vorschub die Stimmung befeuern. „Slowlife“ will zu keiner Sekunde ein Überflieger sein. Im Vordergrund steht der Spaß, die Gemeinsamkeit. Das steckt an. Einfach eine richtig gute Platte!

Wertung: 7.5 Stars (7,5 / 10)

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