Hard Attack – Faxe Kids (2017, Destructo Records)

Doppeldeutige deutsch-englische Wortspiele haben bei heimischen Punk-Combos eine gewisse Tradition. Man erinnere sich beispielsweise an das STAKEOUT-Album „Meet The Cut The“. In diese Kerbe schlägt auch „Faxe Kids“, die neue EP von HARD ATTACK. Zumindest scheinbar. Denn Anlehnung an die ähnlich titulierte NOFX-7“ „Fuck the Kids“ hin oder her, die Ehrerbietung endet nicht allein bei Punk-Rock aus Kalifornien, sondern greift auch auf in überdimensionierten Dosen über die Menschheit gebrachte Gerstensaftplörre aus Dänemark über. Wohl bekomms!

„Faxe Kids“ ist das erste Lebenszeichen der Landshuter seit ihrer 2005 vollzogenen Auflösung. Geändert hat sich seitdem augenscheinlich wenig: Auch ihr jüngstes Output setzt auf klassischen Melo-Core mit spürbarer Prägung durch die Fat-Wreck- und Epitaph-Blütezeit. Dass die abwechslungsreiche Umsetzung der fünf Tracks dabei in amtliche Sympathiewerte mündet, soll wahrlich nicht der Schaden des geneigten Hörers sein. Zum Auftakt serviert das 1995 gegründete Trio mit „Burned Out“ einen knapp gehaltenen Brecher mit Hardcore-Einschlag. Dem folgt das merklich melodischere, mit kritischem Text und hymnischen Singalongs bestückte „Do You Believe?“.

Wen danach noch keine wohligen Nostalgiegefühle überkommen haben, der kann beim selbstreflexiven, nicht minder eingängigen Titelstück mit den Urhebern in Festival-Erinnerungen schwelgen. „Bring Our Soldiers Back (to Hell)“ gibt sich hingegen wieder ruppiger, dazu inhaltlich provokanter, und scheut musikalisch nicht vor Abstechern Richtung Metal zurück. Der Abschluss fällt mit „Groundhop Flashmob“ zwar mehr solide als hochklassig aus, unter dem Strich bieten HARD ATTACK aber willkommenes Futter für all diejenigen, die vom immergrünen Punk der Neunziger einfach nicht genug bekommen können.

Wertung: (6,5 / 10)

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