Girl in the Park (USA 2007)

girl-in-the-parkEine Mutter verliert ihr Kind. Und das mitten im New Yorker Central Park. Die kleine Maggie aber bleibt verschwunden, bis die Hoffnung schwindet und die Schuld zu nagen beginnt. Sigourney Weaver („Snow Cake“) spielt diese Frau, namentlich Julia Sandburg, mit der Routine einer Jahrzehnte währenden Erfahrung vor der Kamera. Ihre Leistung bleibt tadellos, die von Regie-Neuling David Auburn, dem als Autor der Pulitzer-Preis verliehen wurde, hingegen nicht. Anstatt Julias Weg ins selbst auferlegte soziale Exil zu skizzieren, springt er 16 Jahre in die Zukunft und lässt die alten Wunden von neuem aufbrechen.

Ein erstes Problem ergibt sich durch die mangelnde Glaubwürdigkeit. Auf dem Spielplatz sieht die Weaver aus wie eine späte Mutter. Durch den Zeitsprung ändert sich daran nichts. Das gleiche Gesicht, die gleichen Falten, nur diesmal, schließlich ist sie eine knallharte Geschäftsfrau, durch Make Up überstrichen. Noch ärger verhält es sich mit Alessandro Nivola („The Eye“), der als Julias Sohn Chris vom Grundschüler zum Mittdreißiger mutiert. Sorgfalt kann Auburn damit nicht attestiert werden, dessen Psycho-Drama „Girl in the Park“ aber auch erzählerisch nicht viel zu bieten hat.

Zum Workaholic geworden, Mann („Sledge Hammer“ David Rasche) und Sohn emotional ausgegrenzt, kauert Julia in ihrem Schneckenhaus aus Verbitterung und Selbstzweifeln. Neuen Mut schöpft sie erst, als Louise (Kate Bosworth, „Superman Returns“) in ihr Leben tritt, eine junge mittellose Streunerin, in der sie Maggie zu erkennen glaubt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine innige Beziehung, die sich bei Julia zur Obsession entwickelt. Ihre Familie beobachtet die Entwicklung mit Argwohn, auch weil Louises Nähe zur unverhofften Förderin nur dem eigenen Vorteil dienlich erscheint.

Überstürzt handelt der Film verschiedene Stadien von Abhängigkeit und Rollenadaption ab, die das Quasi-Mutter/Tochter-Verhältnis konstant unter Spannung halten. Ob Louise nun von Julia, in deren Wohnung sie sogleich einzieht, für das späte Heimkommen gerügt wird oder zum sexuell freizügigen Vorbild des Elternersatzes wird, dem ein flüchtiges Verhältnis zu einem Kollegen (Elias Koteas, „Shooter“) folgt, wirklich nachvollziehbar erscheint die allmähliche Zuspitzung des Geschehens nicht. Die Zeichnung der Figuren wirkt überzogen, ihre Handhabung schlicht zu oberflächlich. Ein so belangloses wie triviales Drama.

Wertung: (4 / 10)

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