GetSome! – Freaky, Filthy, Frustrated (2018, WTF Records)

Hardcore, in enger Verbundenheit mit Metal geschmettert, geht immer. Auch bei GETSOME! (alternativ: GET SOME, eigentlich: GetSome!) haftet ihm ein altschulischer Hauch an, der Stallgeruch der 80er, der in der Folgedekade noch einmal technisch verfeinert wurde. „Freaky, Filthy, Frustrated“, die zweite EP der Mannen aus Den Haag, weckt weniger Erinnerungen an das niederländische Flachland als vielmehr eine geschwind geschlagene Brücke zwischen US-Ost- und Westküste. Dort stehen Referenzkapellen wie SLAPSHOT oder TERROR bereit. Momentweise auch STRIFE.

Die Basis bildet unverkennbar Hardcore. Der garantiert durch die harschen metallischen Additive einerseits einen Hauch von Melodie und bewahrt andererseits eine klassische Note, die Schnörkellosigkeit zur Tugend erhebt. Auf dieser Grundlage hinterlassen die fünf Tracks solide Eindrücke. Da ist nichts, das zum Staunen einlädt, aber doch genug, um am Ball zu bleiben. Musikwerke wie dieses sind immer Alternative, nie Referenz. Daher sollte auch nicht weiter verwundern, dass sämtliche Versatzstücke bekannt vorkommen. Stören sollte das nicht. Denn GETSOME! verstehen ihr beständig bollerndes Handwerk. Die Gefahr ist allerdings groß, dass dies fraglos stumpfe Schema auf Albumlänge in Monotonie ersäuft. Als EP jedoch geht hier wenig schief. Zumindest für bekennende Anti-Feingeister.

Wertung: (6 / 10)

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