G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra (USA/CZ 2009)

gijoeWenn es in Hollywood keine kleinen und großen Klassiker mehr neu zu verfilmen gibt, macht man sich eben an die Aufbereitung von Videospielen oder – einem neuen Trend entsprechend – Action-Figuren. Das gab es schon in den Achtzigern, als Dolph Lundgren erfolglos den He-Man in „Masters of the Universe“ gab. Der seit längerem geplanten filmischen Wiederaufbereitung der Mattel-Plastikhelden kamen 2007 Michael Bay und Steven Spielberg zuvor, die mit Hasbros „Transformers“ einen der erfolgreichsten Blockbuster des neuen Jahrtausends auf die Leinwand hievten.

Als noch veritabler erwies sich die enttäuschende Fortsetzung, die mit „G.I. Joe“ jedoch einem ebenbürtig sinnfreien Gleichgesinnten den Weg ebnete. Auch die patriotischen Elitesoldaten um den titelspendenden Vorzeige-Militaristen (später der Name einer Spezialeinheit) wurden von Hasbro entwickelt und gelten als erste Action-Figuren-Serie überhaupt. Unter der Regie von Stephen Sommers („Die Mumie“) wird der Krieg vom Kinderzimmer auf die Leinwand verlagert – und für geschätzte 175 Millionen Dollar ein ebenso buntes wie optisch überforderndes Feuerwerk für die Sinne abgebrannt.

Im Auftrag der NATO sollen die Elitesoldaten Duke (Channing Tatum, „Step Up“) und Ripcord (Marlon Wayans, „White Chicks“) einen vom Rüstungsindustriellen McCullen (Christopher Eccleston, „28 Days Later“) entwickelten neuartigen Sprengkörper eskortieren. Doch dann wird der Konvoi von Schergen der High-Tech-Verbrecherorganisation Cobra überfallen, die die mit Materie zersetzenden mikrobischen Robotern bestückten Raketenköpfe in ihre Gewalt bringen will. Unter den Angreifern ist auch Dukes Ex-Verlobte Ana (Sienna Miller, „Factory Girl“), die als Kampfamazone Baroness nur durch das Eingreifen der G.I. Joe an der Erfüllung ihrer Mission gehindert wird.

Nachdem Duke und Ripcord dem streng geheimen Sonderkommando unter General Hawk (Dennis Quaid, „Pandorum“) beigetreten sind, geht das Ringen um die Superwaffen in die nächste Runde. Im hektisch gefilmten Actionüberschuss geht möglichst viel zu Bruch – unter anderem wird der Eiffelturm gestürzt –, was zumindest den Computertüftlern einiges abverlangt. Die markigen Elite-Krieger und ihre Widersacher aber genügen lediglich für flüchtige Schauwerte. Die dünne, oft recht plump abgekupferte Story mit ihren vorhersehbaren Wendungen und den infantilen Albernheiten macht einfach zu wenig her, als dass die erstaunlich gewalttätige Sause auch Zuschauer jenseits der Pubertät fesseln könnte.

Wertung: 5.0 Stars (5,0 / 10)

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