Enemy Mine – Geliebter Feind (USA/D 1985)

enemy-mineAls einer der wenigen nicht-amerikanischen Regisseure hat sich Wolfgang Petersen in Hollywood durchgesetzt. „Das Boot“ öffnete ihm die Tore zur Traumfabrik und ermöglichte aufwändiges Lichtspiel des Kalibers „Der Sturm“ oder „Troja“. Sein erster rein englischsprachiger Film ist „Enemy Mine – Geliebter Feind“, eine bereits als gescheitert abgehandelte Verfilmung der gleichnamigen Science-Fiction-Kurzgeschichte von Barry B. Longyear. Petersen übernahm das Projekt von Richard Loncraine, der sich mit den Produzenten überworfen hatte. Mit deren Unterstützung drehte er den Film in den Bavaria Studios komplett neu.

Heute ist das sehenswerte Rührstück fast vergessen, was bereits aufgrund der hervorragenden Masken Bedauern weckt. Der spätere Oscar-Preisträger Louis Gossett Jr. („Ein Offizier und Gentleman“) wird darin als reptilienartiger Außerirdischer von Chris Walas („Die Fliege“) und Brian Wade („Das Ding aus einer anderen Welt“) unkenntlich gemacht. Das von ihm gespielte Alien Jeriba Shigan gehört der Rasse der Drac an, die sich um die Erschließung des Weltalls einen erbitterten Krieg mit der Menschheit liefert. Eine zaghafte Annäherung der Spezies erfolgt auf einem unwirtlichen Planeten, wo zwei verfeindete Kämpfer nach einem Raumgefecht stranden.

Neben dem Drac ist da Erdenkrieger Willis Davidge (Dennis Quaid, „Die Reise ins ich“), der den Feind nach der Bruchlandung töten will. Gemeinsam aber gestaltet sich der Überlebenskampf leichter. Entgegen aller Unterschiede raufen sich die Opponenten zusammen, erlernen die Sprache des jeweils anderen und überwinden ihre Vorurteile durch gegenseitigen Respekt. Als der Hermaphrodit Jeriba ein Kind gebärt und dabei stirbt, zieht Davidge den kleinen Zammis (Bumper Robinson) an seiner Statt auf. Nach Jahren landet ein Raumschiff in ihrer Nähe, dessen menschlicher Kapitän (Brion James, „Blade Runner“) Dracs als Sklaven ausbeutet.

Die gepflegte Robinsonade zeigt deutliche Parallelen zum Antikriegsfilm „Die Hölle sind wir“, dessen humane Botschaft schlicht in ein effektreiches Science-Fiction-Drama eingeflochten wurde. Bei aller Emotionalität driftet Petersen nur selten ins kitschige ab, was sich der hehren Intention als zuträglich erweist. Quaid trägt bisweilen etwas dick auf, Filmpartner Gossett Jr. aber läuft zu Hochform auf. Nach bedächtigem Vorlauf regiert am Ende die Action. Der zwischenzeitlich von den eigenen Truppen gerettete Davidge kehrt zu Zammis Rettung in die unfreiwillige Heimat zurück und befreit nebenbei noch die Drac-Zwangsarbeiter. Eine nicht eben subtile, aber überzeugend gemachte Weltverbesserung.

Wertung: 7.0 Stars (7,0 / 10)

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