Der unglaubliche Hulk (USA 2008)

der-unglaubliche-hulk-2008Comic-Gigant Marvel ist ins Filmgeschäft eingestiegen. Nicht länger nur als finanzspendender Beisitzer, sondern gleich als eigenes Studio. Das erste allein gestemmte Projekt, „Iron Man“, erwies sich als durchschlagender Erfolg. So ließ sich vorherrschender Erfolgsdruck abbauen und die zweite Superhelden-Adaption, „Der unglaubliche Hulk“, sichtlich entspannter erwarten. An der gewinnbringenden Verbindung von großen Namen und opulenten Effekten wurde dabei nicht gerüttelt. Das Resultat ist dennoch ernüchternd und mahnt Marvel, sich zukünftig nicht auf allzu bewährten Formeln auszuruhen.

Vielleicht liegt es aber auch einfach am Stoff selbst, der kaum Neuerungen zulässt und stets darauf hinausläuft, dass der unter Stress zum grünen Hünen Hulk mutierende Wissenschaftler Bruce Banner vor der Regierung flüchtet. In der zweiten Kinoverfilmung des Comics – Ang Lees recht kopflastig geratene erste wird hier einfach übergangen – spielt der zuletzt in der Rollenwahl glücklose Charaktermime Edward Norton („The Illusionist“) den untergetauchten Forscher. Ohne sein Wissen wurde er von General Ross (William Hurt, „Mr. Brooks“) für militärische Versuchszwecke missbraucht. Die Folgen sind bekannt.

Im Südamerikanischen Slum versucht er das in seinem Inneren schlummernde Monster zu bekämpfen. Ohne Erfolg. Fünf Jahre sind seit Banners Flucht vergangen, bei der er seine Geliebte Elizabeth (Liv Tyler, „Herr der Ringe“), auch noch die Tochter Ross‘, überstürzt verlassen musste. Der Hulk jedoch wird als militärisches Eigentum betrachtet und soll deshalb in die staatliche Obhut zurückgeführt werden. Notfalls mit rigiden Mitteln. Zu deren Ausführung wurde Elite-Soldat Blonsky (Tim Roth, „Dark Water“) engagiert, der bald selbst zum Versuchskaninchen des Generals wird.

Vorher aber darf der eiserne Berufskämpfer Zielperson Banner mit Waffengewalt zurück in die Heimat treiben, wo der mit Elizabeth einer dauerhaften Heilung entgegenstrebt. Unter der routinierten Regie von Louis Leterrier („Transporter 2“) halten sich Emotion und Krawall die Waage. Der Handlungsverlauf allerdings wirkt arg vorhersehbar und allein auf die sehenswerte Performance Nortons ausgerichtet. Raum zum schauspielerischen Glanz bleibt dem übrigen Cast nicht, wobei Roth, der sich später in den deformierten Hulk-Gegenspieler Abomination verwandelt, noch am besten wegkommt.

Die Besetzung ist erstklassig und auch die zahlreichen CGI-Effekte überzeugen. Nur Begeisterung will sich ob des altbacken aufbereiteten Fantasy-Dramas, bei dem TV-Grünling Lou Ferrigno, Vorlagen-Schöpfer Stan Lee und „Iron Man“ Robert Downey Jr. mehr oder minder gelungene Kurzauftritte absolvieren, nicht einstellen. Immerhin die Hosen des Hulk sind diesmal betont elastischer Machart, damit die rudimentäre Schambedeckung bei der Rückverwandlung nicht für ungläubiges Kopfkratzen sorgt. Ansonsten aber ist es mit eigenen, geschweige denn frischen Ideen nicht weit her. Manche Handlungsstränge werden nicht einmal zu Ende erzählt. Vielleicht sollte Banners Odyssee einfach mal ein Ende finden.

Wertung: 6.0 Stars (6,0 / 10)

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