Cowboys & Aliens (USA 2011)

cowboys-and-aliensEs ist das Aufeinandertreffen zweier Welten. Formal wie inhaltlich. „Cowboys & Aliens“ trägt die Essenz bereits im Titel. Der Western, ältestes Sujet der Filmgeschichte, kollidiert mit außerirdischen Invasoren und modernem Effektkino. Zurück geht der Stoff auf die 2006 erschienene Graphic Novel gleichen Namens, in der Siedler und Indianer gemeinsam gegen extraterrestrische Aggressoren kämpfen. Die Filmrechte wurden jedoch schon Ende der Neunziger verkauft, als der Comic kaum mehr als eine grob skizzierte Idee war. Dass Film und Vorlage darum fast nur den Namen teilen, ist keine allzu große Überraschung.

Der von „Iron Man“-Regisseur Jon Favreau straff inszenierte Genremix wird auch von der Gegenüberstellung der Hauptdarsteller geprägt. Daniel Craig, aktueller James Bond und Actionheld der Gegenwart, erhält mit „Indiana Jones“ Harrison Ford einen Widerpart, der für eine andere Ära des klassischen Erlebniskinos steht. Mit ihrer Routine bürgen die Stars fast im Alleingang dafür, dass die ironiefrei entfaltete Geschichte nicht in die Lächerlichkeit driftet. Der Beginn gehört Craig, der als Mann ohne Erinnerung mit einem seltsamen metallenen Armband am Handgelenk in der Wüste erwacht. Bevor er als gesuchter Desperado Jake Lonergan ausgewiesen wird, schleppt er sich in die Kleinstadt Absolution, wo Prediger Meacham (Clancy Brown, „Starship Troopers“) seine Wunden versorgt.

Nachdem er mit Percy (Paul Dano, „There Will Be Blood“), dem verzogenen Sohn des herrischen Viehbarons Woodrow Dolarhyde (Ford) aneinandergeraten ist, wird Lonergan von Sheriff Taggart (Keith Carradine, „Deadwood“) eingesperrt. Als Dolarhyde mit seinen Männern in die Stadt reitet, verlangt er die Auslieferung des Desperados. Bevor der Konflikt an Schärfe gewinnt, erscheinen mysteriöse Flugobjekte, die wahllos Menschen – darunter Percy und den Sheriff – aufgreifen und verschleppen. Mit Hilfe des Armbands gelingt es Lonergan eines der Raumschiffe abzuschießen. Als sich ein Suchtrupp formiert, ist neben Dolarhyde, Meacham, Saloonbetreiber Doc (Sam Rockwell, „Moon“) und der geheimnisvollen Ella (Olivia Wilde, „Tron: Legacy“) auch er mit von der Partie.

Unterstützt wird der Kampf gegen die überlegenen außerirdischen Monstren von Lonergans Bande und einem Indianerstamm, mit dessen Auftauchen deutlich an der Klischeeschraube gedreht wird. Nach vielversprechendem Auftakt verflacht „Cowboys & Aliens“ zusehends. Wäre es nicht um die sehenswerte Besetzung und die soliden Schauwerte, die Figuren blieben alibihafte Schablonen im effektlastig geführten Überlebenskampf. So übernehmen bald die CGI-Künstler die Kontrolle und führen das schnörkellose Spektakel einem explosiven Showdown entgegen. Eindruck machen Bilder und Akteure allemal. Aber es sind keine bleibenden. Das Treffen der Generationen wird damit keiner Wesensart so richtig gerecht.

Wertung: 6.0 Stars (6,0 / 10)

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