Close Range (USA 2015)

Es gibt Kollaborationen, bei denen kann eigentlich nichts schief gehen. Auf einer dieser sicheren Bänke sitzen Schauspieler Scott Adkins und Filmemacher Isaac Florentine. Im Metier des B-Actionfilms sorgen die beiden regelmäßig für Radau über Durchschnitt. Mit den Fortsetzungen von „Undisputed“ kreierten die beiden gar eine Marke. Mit dem kurzweiligen Brutalo-Bleigewitter „Close Range“ kann das dynamische Duo dies Kunststück zwar nicht wiederholen, Genre-Freunde werden ob des abermals sehenswerten Körpereinsatzes von Kampfkünstler Adkins jedoch souverän in die Couchgarnitur gepresst.

Mit der einleitenden Texteinblendung bemüht Florentine die Mär vom herrenlosen Samurai, der in dienender (oder raubender) Manier durch die Lande streift. Die finden sich im vorliegenden Falle im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexico, wo Adkins‘ Ex-Elitesoldat Colton MacReady als Quasi-Ronin Gleiches mit Gleichem vergeltet. Das Eastern-Motiv bleibt im weiteren Verlauf vage. Vielmehr überwiegen Anleihen beim Western. Dazu passen das staubige Setting und die „Einer gegen alle“-Mentalität. Deren Entsprechung wird gleich zum Auftakt serviert, wenn sich Colton angemessen gnadenlos durch eine Bande Kartellschergen messert, um seine verschleppte Nichte Hailey (Madison Lawlor) zu befreien.

Der Grund: Walt (Musiker Jake La Botz, „John Rambo“), nichtsnutziger neuer Mann von Coltons Schwester Angela (Caitlin Keats, „Hidden in the Woods“), ist in kriminelle Machenschaften verstrickt. Als logische Folge für das einleitende Massaker sinnt Kartellboss Garcia (Tony Perez, „Polizeirevier Hill Street“) auf Rache. Denn einer der Getöteten ist sein Neffe. Mehr noch hat Colton einen USB-Stick mit relevantem Inhalt an sich genommen. Zurück auf US-amerikanischem Boden mischt sich der korrupte Sheriff Calloway (Nick Chinlund, „Need for Speed“) ein und nötigt die Ein-Mann-Armee zur Flucht. So wird mit Anrücken von Garcia und seinem allesamt Martial-Arts-geschulten Gefolge erst in der Natur gerungen, ehe es in Angelas Haus zum ruppigen Stellungsgefecht kommt.

Überflüssiges Geplänkel beschränkt sich auf ein Minimum. Florentine spult die bedingt originelle Alibiplotte in sympathisch schnörkellosen 82 Minuten herunter. Dabei mag er es mit der betonten Coolness bisweilen übertreiben, als prägendes Moment erweist sich jedoch das Übermaß sehenswert inszenierter Actionszenen. Für einen Streifen, der nie mehr bieten will als Brechstangen-Unterhaltung, ist der konsequente Verzicht auf Leerlauf nachahmungswürdig. Dass Cleverness nicht zum Grundkonzept gehört und Colton in John-Wayne-Manier nur selten nachladen muss, sollte angesichts der gelungenen Kampfkunst-Schelte und mit Zeitlupen veredelten Schusswechseln kaum störend ins Gewicht fallen. Kein Maßstab, aber durchweg knackiger Zeitvertreib.

Wertung: (6 / 10)

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