City of the Dead (USA 2006)

city-of-the-deadEin Meteorit, mehr noch ein ganzer Schwarm, rast auf Los Angeles zu. Wer glaubte, die Einwohner der Westküstenmetropole hätten zwischen Bandenkriminalität und Armut nicht schon genug Probleme, der irrt. Denn als ein Vorläufer des interstellaren Hagels eine Gruppe Obdachloser in den Boden stampft, erheben sich diese nach kurzer K.O.-Phase und trachten, zu Zombies mutiert, ihren Nächsten nach Fleisch und Leben.

Warum nur erfreuen sich Horrorstreifen über wankende Untote solch großer Beliebtheit, dass der Billigfilmsektor auch fast vierzig Jahre nach Romeros „Night of the Living Dead“ noch von ihnen wimmelt? Dabei müsste es der Zuschauer doch eigentlich besser wissen. Nur die wenigsten Genrevertreter sind als brauchbar, die Ausnahmen als wirklich gelungen zu erachten. „City of the Dead“ beginnt verheißungsvoll. Die Vagabunden lauschen den Tiraden eines von Gottes Zorn palavernden Predigers, als der Himmelskörper auf sie niedergeht. Die Computeranimation macht Lust auf mehr, ist sie für derartige Produktionsverhältnisse doch achtbar getrickst.

Was anfangs noch Hoffnung weckt, zerstreut sich kurz darauf in der Manier eines typischen C-Movies. Da sind altgediente Gangster- und Ghettoklischees, die in Form dreier Schwarzer und vier Hispanos gepresst werden. Beide Gruppen wollen Geschäfte mit Mitchell (in verschenktem Kurzauftritt: Reggie Bannister, „Das Böse“) machen. Also trifft man in einem verlassenen Lagerhaus zusammen, der Meute Polizisten vor den Toren nicht gewahr. Bevor die Beamten aber eingreifen können, werden sie von den Zombies attackiert. Die verbliebenen zwei Cops schlagen sich zu den Banden durch. Doch ist an Zusammenhalt gegen die außerhalb tobende mörderische Horde nicht zu denken.

Regisseur und Co-Autor Duane Stinett betätigte sich in der Vergangenheit als 3D-Künstler in der Videospielbranche und war unter anderem an „Diablo“ und „StarCraft“ beteiligt. Sein Spielfilmdebüt profitiert von dieser Erfahrung nicht. Im Gegenteil. Die aufgesetzte Fuck You-Attitüde der Straßengangster wirkt arg überstrapaziert. Zumal sich dahinter keine Figuren verbergen, die einen solchen Film über die volle Distanz tragen könnten. Dafür steht allen voran Noel Gugliemi („Wrong Turn“), dessen Auftritt als Hispano-Anführer Caesar von enormer Lächerlichkeit überschattet bleibt.

Gleiches gilt auch für die Machart, die sich nach der ersten Attacke auf uninspiriert geschwenkte Digitalkamera und krude Actionsequenzen verlegt. Die Masken entsprechen solidem Billigfilmstandard, was den kläglichen Goregehalt aber kaum aufwiegen kann. Die blut- wie inhaltsleere Mischung aus „Dawn of the Dead“ und „Assault on Precinct 13“ entpuppt sich als erbärmlicher Trittbrettfahrer, bei dem selbst Mündungsfeuer deutlich sichtbar dem Rechner entstammt. Aber so lange sich selbst für solch kreative Frechheiten noch Publikum findet, werden die Toten wohl nie in Frieden ruhen.

Wertung: (2 / 10)

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