C.I.A. – Codename: Alexa (USA 1992)

In den frühen Neunzigern zählte Lorenzo Lamas („Viper“) zu den gefragtesten B-Recken des Action-Genres. Einer der bekanntesten Filme mit seiner Beteiligung ist „C.I.A. – Codename: Alexa“. Der beginnt standesgemäß mit einem Polizeiaufgebot. Grund ist eine Geiselnahme, bei der gleich ein Stuntman aus dem Fenster eines oberen Stockwerks bugsiert wird. Allerdings dient dieser Schurkenaufmarsch lediglich der Einführung von Lamas‘ toughem CIA-Agenten Mark Graver, der die Situation nach hergebrachter Manier entschärft. Ein Hauch von Absurdität schwingt dabei mit, wenn er die Gegnerschaft schön der Reihe nach ausschalten kann. Da sag noch einer, es gäbe keine Kavaliere mehr.

Drahtzieher der Aktion ist der gefürchtete Terrorist Victor Mahler (Alex Cord, „Airwolf“), den Graver unbedingt zur Strecke bringen will. Mit einiger Berechtigung, streckt der doch seine Finger nach einem Mikrochip mit staatsgefährdendem Inhalt aus. Als Schlüssel, um Mahler aufzuspüren, erweist sich dessen Komplizin Alexa (Lamas‘ damalige Gemahlin Kathleen Kinmont, „Final Impact“). Nachdem die mit maskierten Gleichgesinnten eine Beerdigung aufgemischt hat, bei der einer ihrer Kollaborateure wild lachend den Geistlichen – und das Interieur – unter Feuer nimmt, wird sie von der Polizei aufgegriffen. Graver soll sie überzeugen, mit dem Geheimdienst zu kooperieren und sich gegen Mahler zu stellen. Leider nimmt dieser Prozess einen beträchtlichen Teil des Gesamtfilms ein.

Das ist umso bedauerlicher, da sich die vereinzelt knackig brutale Action auf gutem B-Niveau einpendelt. Der Rest ist allerdings eher Schlafwandeln aus dem Einfaltsbaukasten. Für Erheiterung sorgt am Rande immerhin die Geheimdienstzentrale, in der sämtliche Büros in von Gegenlicht durchzogenem Halbdunkel liegen und der Agentennachwuchs bei ähnlich trüber Raumbeleuchtung rudelweise Kampfsporttraining erhält. Das hätten die Macher von „Austin Powers“ kaum überzeichneter hinbekommen können. Als größtes Manko des von Joseph Merhi („Speed Rage“) abgespulten – und mit dem als Kameramann in Erscheinung tretenden Richard Pepin auch produzierten – Streifens erweist sich bald die bleierne Schwere der aufkeimenden Romanze zwischen Garver und Alexa.

Die wird zunächst dadurch getrübt, dass ihre kleine Tochter als Druckmittel ebenfalls im Komplex festgehalten wird. Den amourösen Funkenflug kann aber auch das nicht verhindern. So muss als Gegengewicht der später nur noch durch Gerichtsprozesse aufgefallene Ex-Footballer O.J. Simpson („Die nackte Kanone“) als Cop Nick  Murphy herhalten. Auch er spürt den Terroristen nach und brettert mit seinem Auto auf der Suche nach Antworten  durch die Absperrung des CIA-Quartiers. Tieferen Sinn stiftet diese Szene allein aufgrund der späteren Paktierung mit Graver, der die in Gefahr geratene Alexa retten und Mahler ausschalten will. Über den Status „Irgendwie doof“ reicht der mäßige Radau-Thriller nie hinaus. Die emotionalen Aspekte wirken hinderlich, der Schurke ist so mies wie sein aufgesetzter Akzent und die Action kommt merklich zu kurz. Kurzum: ein unbefriedigender Streifen.

Wertung: 4.0 Stars (4,0 / 10)

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