Bronson A.D. – Warpath (2018, Bastardized Recordings)

„Eat shit, Pimmelgesicht“. Es sind Textzeilen wie diese, die das Dasein ein bisschen bunter gestalten. Einfach mal die Etikette über Bord werfen, auf politische Korrektheit pfeifen und frei heraus ins Mikro grölen, wonach einem der Sinn steht. Und wenn dann auch noch der (verbale) Baseball-Knüppel gegen etwaiges Fascho-Pack erhoben wird, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Obwohl die in deutscher und englischer Sprache propagierte Handgreiflichkeit sicher nicht jedem ins viel gescholtene Gutmenschentum passen dürfte.

Die wesentliche Erkenntnis aber bleibt: BRONSON A.D. rockt! Nicht bloß ein bisschen, sondern alles weg, was bei drei nicht im Moshpit die Extremitäten kreisen lässt. Nach zwei EPs bildet „Warpath“ das Langspiel-Debüt der Limburger. Auf dem fusionieren altschulischer Hardcore, Metal und Thrash zu einem wilden Cocktail mit 90’s-Vibe. Als Referenzen stehen Combos wie DOWNSET oder MERAUDER bereit. Das verheißt stumpfen Prollo-Crossover mit überschaubarem Sinn für musikalisches Feingefühl – und hält dies Versprechen über 10 kesselnde Kapitel mit kompromissloser Konstanz.

Zwischen „Ready for a Bloodbath“ (aus dem Titelsong und vom CD-Einleger) und dem nur auf dem Papier harmlosen Outro „Maikäfer flieg“ erhebt sich ein Kraftpaket mit Wucht und klarer politischer Positionierung. Mit „After the Impact“, „Nuclear Generation“ oder „For the Weak“ werden, neben den bereits genannten Tracks, amtliche Hits mit dicker Buxe aufgefahren. Die Crew-Shouts sitzen, die sympathisch schrabbeligen Metal-Parts sowieso. Nix für die anspruchsvolle Klientel und gerade darum ein gestandenes Vergnügen.

Wertung: (7 / 10)

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