Broadside – Paradise (2017, Victory Records)

Spricht man den Namen BROADSIDE mit betont deutschem Akzent aus, so klingt das Ganze wie „Brotzeit“. Ist dieser Einstieg von gesteigerter Relevanz? Mitnichten. Aber das teilt er mit „Paradise“, dem zweiten Langspieler der Jungs aus Los Angeles. In den USA gab es im Vorfeld vereinzelte Jubelarien. Vollends aus der Luft gegriffen sind die zwar nicht, mehr als klasse instrumentierte und stimmlich ansprechend unterfütterte Solidität sollte aber auch von diesem Victory-Output nicht erwartet werden. Denn ein eigenes Profil geht dem sauber produzierten Mix aus (Indie-)Rock und Pop(-Punk) weitgehend ab.

Stattdessen gibt es reichlich „Die klingen doch wie…“-Momente, nicht selten in Richtung von FALLOUT BOY. Bisweilen wirkt die Platte auch – um im Victory-Umfeld zu bleiben – wie eine Kreuzung aus THE AUDITION und JUNE. Das bedeutet eher gedrosseltes Tempo mit stimmig gestreuten Drangphasen (etwa bei „Lose Your Way“) und vereinzelt vokalen Ausbrüchen in Stadion-Rock-Manier. Balladen mit Akustik-Einschlag (oder Ukulele!) dürfen im Gesamtbild ebenso wenig fehlen wie schwungvoll sonnige Tanzflächenstürmer (bestes Beispiel: „Who Cares“). Nur hat man die nett ins Ohr dringenden Versatzstücke allesamt schon dutzendfach in ähnlicher Aufbereitung gehört. Verstehen muss man den partiellen Jubel drum nicht. Aber auch wenn dieses „Paradise“ ein eher harmloses Vergnügen bleibt, so vertreibt es doch heiter verträumt die Zeit.

Wertung: 6.0 Stars (6,0 / 10)

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