Blood Youth – Beyond Repair (2017, Rude Records)

Der Beginn wirkt gedämpft, als wären die Ohren unter Wasser. Doch „Making Waves“, der Eröffnungs-Track von „Beyond Repair“, handelt nicht vom Abtauchen. Eher vom Abstumpfen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Vor dem Schreigesang steht eine rockige Form des Hardcore mit deftigem Groove – und melodischer Klargesangs-Unterbrechung. Der Rock steht in der Folge eher zurück. Die gen Post-Hardcore tendierenden, kalkuliert kontrastierenden soften Parts weniger.

Das kennt man von Bands wie STICK TO YOUR GUNS oder A DAY TO REMEMBER. Mit dem Unterschied, dass die Momente des Innehaltens bei BLOOD YOUTH eher an Indie-Rock-/Emo-geprägte Kapellen des Kalibers SILVERSTEIN erinnern – inklusive stimmlicher Ähnlichkeit zu deren Frontmann Shane Told. Auf ihrem Albumerstling geben die drei Briten Knallgas und werden den Vorschusslorbeeren, die ihnen seit Veröffentlichung zweier Vorgänger-EPs anhaften, vollauf gerecht. Spaß bereitet dabei vor allem die Modern-Hardcore-Kelle. Die kommt, wie bei „What I’m Running From“, „I Remember“ oder „Reason to Stay“, mit punkigem Rhythmus über den Hörer und erinnert in diesem Zuge nicht selten an COMEBACK KID (exemplarischstes Beispiel: „Parasite“).

Auch vor Ausflügen Richtung Alternative/Stadion-Rock scheuen BLOOD YOUTH nicht zurück, wie etwa der Mittelteil von „Savanna“ belegt. Das raucht, das knallt, das zischt. Allerdings mit kleinen Abstrichen: Denn das entwaffnende, softe Einlullen fügt sich nicht immer reibungslos in die Struktur der einzelnen Nummern ein, wirkt vereinzelt gar dezent holprig. Trotzdem ist „Beyond Repair“ eine starke Platte, die nicht allein bei geradlinig durchgezogenen Brechern wie „Buying Time“ oder dem finalen „Man Made Disaster“ für zünftige Pit-Partys sorgen dürfte. Es sollte schon schwer verwundern, wenn der Weg des aus den ähnlich verorteten CLIMATES hervorgegangenen Trios nicht steil nach oben führen würde.

Wertung: 7.5 Stars (7,5 / 10)

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