Best Ex – Ice Cream Anti Social (2017, Alcopop! Records)

Die CANDY HEARTS sind nicht mehr. Ein echter Grund zur Trauer ist das jedoch nicht. Denn es gibt ja BEST EX. Unter diesem Namen macht Frontfrau Mariel Loveland nämlich mit ihren zwei männlichen Mitstreitern weiter. Damit ändert sich streng genommen nichts. Bis auf die Überschrift. Bei Konzerten werden die alten Songs weiterhin gespielt und der Stil rangiert, im Stile des Debütalbums „Everything’s Amazing & Nobody’s Happy“ (2011), an der Schnittstelle von Indie-Rock/-Pop und DIY-Singer-/Songwriter-Flair. Die Umbenennung, so heißt es, helfe Loveland bei der Bewältigung von Angst- und Stresszuständen. Die mag man angesichts der poppigen Eingängigkeit von „Ice Cream Anti Social“, der ersten EP unter neuem Banner, kaum glauben.

Bereits das eröffnende „Girlfriend“ verströmt eine entwaffnende bittersüße Leichtigkeit. Textlich bewegt sich Loveland neuerlich im Indie-Schmachtbereich (wenn auch mit dezent elektronischer Note) und widmet sich dem mit Trotz und potentieller Enttäuschung versehenen Buhlen um das gebundene Gegenüber. Soundtechnisch wirkt das mehr wie ein Alleingang mit Drumcomputer und Glockenspiel. Der Bandverbund kommt erst bei „See You Again“ voll zur Geltung, das in Richtung der letzten Platte „All the Ways You Let Me Down“ (2014) strebt. Dazwischen stehen mit „Lonely Life“ und „Someday“ weitere verspielte, bezaubernd gesungene Pop-Nummern im Stile des Openers, während „February 4th“ als schwelgerische Ballade vorwiegend melancholische Töne anschlägt.

Bleibt noch das abschließende „Jellyfish“, eine weitere Ballade, bei der Lovelands Stimme jedoch allein von einer Ukulele umspielt wird. Der Charakter von „Ice Cream Anti Social“ wird dadurch trefflich zusammengefasst: angenehm reduziert, eigenwillig verknüpft und verdammt eingängig. Daher ist es schlussendlich egal, ob da nun CANDY HEARTS oder BEST EX auf dem Cover steht. Was zählt ist die Musik – und die bleibt schlicht ein wunderbares Erlebnis.

Wertung: (7,5 / 10)

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