Armee der Finsternis (USA 1992)

armeederfinsternis„Ok you primitive screwheads, listen up! You see this? This… is my boomstick! The 12-gauge double-barreled Remington. S-Mart’s top of the line. You can find this in the sporting goods department. That’s right, this sweet baby was made in Grand Rapids, Michigan. Retails for about $109.95. It’s got a walnut stock, cobalt blue steel, and a hair trigger. That’s right. Shop smart. Shop S-Mart. You got that?“ – Ash

Mit Sam Raimi und Bruce Campbell ins Mittelalter. Ein Trip, den Freunde des Abseitigen Kinos so schnell nicht vergessen werden. Durch einen Zeitstrudel gelangte der sympathische Choleriker Ash am Ende von „Evil Dead II“ vom dämonischen Wald in die finstre Vergangenheit. Im Gepäck hat er Kettensäge, Schrotflinte und seinen Dodge. Zuvor aber werden in einem Prolog noch einmal die Geschehnisse der Vorgänger, auf die wesentlichen wie jugendfreien Punkte komprimiert, wobei Bridget Fonda („Jackie Brown“) einen Cameo als Ashs Freundin Linda absolviert.

„Armee der Finsternis“, übermütiger Abschluss der „Evil Dead“-Trilogie, zeigt Campbell in Bestform und gießt das selbstironische Spiel mit dem Mythos des ultimativen Bösen in eine parodistische Nummernrevue mit erstklassigen Stop Motion-Tricks. Ash, dessen Rechte in Part zwei durch einen Aufsatz für die obligatorische Motorsäge ergänzt wurde, wird damit endgültig zum Comic-Helden. Die Gewalt, für die das Original von 1982 bis heute gescholten wird, verlagert sich auf eine Ebene des Grotesken. Wenn Ash, Verkäufer in einem Hardware-Store, von den mittelalterlichen Gesellen ungläubig beäugt, seine doppelläufige Flinte anpreist und mit ihr (ohne nachzuladen) Salve um Salve in ein hässliches Monster pumpt, dann ist der brettharte Splatter-Klassiker zur Parodie seiner selbst gereift.

Für König Arthur soll er das altbekannte Buch der Toten ausfindig machen. Auf seiner beschwerlichen Reise begegnet ihm auch das mit tieffliegender subjektiver Kamera eingefangene Böse wieder, das ihn am helllichten Tage in eine alte Mühle treibt, wo er in einen Kampf mit winzigen Abbildern seiner selbst verstrickt wird. In diesen Szenen wird der Wandel der Tonalität am deutlichsten, wenn Raimi auf klassischen Slapstick und Cartoon-Geräusche setzt. Einen aus seinem Körper wachsenden Zwilling knallt er nieder und zerstückelt ihn, woraus bald der entstellte Feldherr der lebenden Toten wird. Denn Natürlich vermasselt Ash die ihm eingebläute Zauberformel, mit deren Hilfe er das Buch an sich nehmen und das Böse bannen soll, und erweckt so die skelettierte Armee der Finsternis.

Campbells Spielfreude scheint grenzenlos. Er ist der Star, neben ihm werden alle übrigen Darsteller zu Randfiguren degradiert. Höchstens Embeth Davidtz („Schindlers Liste“), erst Love Interest, dann Dienerin des Bösen, verfügt über Momente, die das Augenmerk immerhin kurzzeitig vom unverblümt chargierenden Hauptdarsteller ablenken. Anbei wird das irrwitzige und mit Anspielungen gespickte Geschehen gekonnt von den Kompositionen Danny Elfmans unterstrichen, über Jahre Hauskomponist von Tim Burton. Der Vormarsch der animierten Skelette ist liebevolle Handarbeit und zugleich der actionreiche Höhepunkt eines durchgeknallten, sich selbst nie ernst nehmenden Fantasy-Spektakels. So bleibt Trash der Sonderklasse, bei dem das (alternative) Finale ganz dem Geist der düsteren Ausklänge der Vorgänger entspricht. Einfach eine Klasse für sich.

Wertung: 8.0 Stars (8,0 / 10)

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