Andere beten, Django schießt (I/E 1968)

anderebetendjangoschießtDer Trick ist der ewig gleiche: Ein Fremder kommt in die Stadt, wird im Saloon an den Pokertisch bestellt und fachmännisch ausgenommen. Greift der Gelackmeierte in Zornesröte erstrahlt zum Colt, wird gleich eine Prämie auf ihn ausgesetzt. Das Pech der Betrüger ist nur, dass es sich bei ihrem jüngsten Opfer um Django (Sean Todd alias Ivan Rassimov, „Django – Kreuze im blutigen Sand“), eigentlich Johnny Dall, handelt. Der erschießt gleich zwei seiner Verfolger und gibt dem Gaul die Sporen. An seine Fersen heftet sich Kopfgeldjäger Stark (Ken Wood alias Giovanni Cianfriglia, „Sabata kehrt zurück“), der, nach eigener Bekundung, ist, wie er heißt.

Sergio Garrone („Django und Sartana, die tödlichen Zwei“) verfügt in den Weiten des Spaghetti-Westerns über einen gewissen Ruf, ohne dass er zum Kreise derer gezählt werden könnte, die dem Genre unvergessliche Klassiker schenkten. „Andere beten, Django schießt“ steht vielmehr stellvertretend für den Rutsch der Kinobewegung in die Beliebigkeit. Der Film ist die Konfektion in Blei, ein formal wie inhaltlich nur unterdurchschnittlicher Beitrag, der zwar recht munter voranprescht, im Gegenzug aber kaum über die Flachheit seiner Erscheinung hinwegtäuschen kann.

Django sucht Zuflucht auf der Farm des gutmütigen McGowan (Adriano Micantoni, „Rächer ohne Gnade“), dessen junge Tochter Sally (Isabella Savona, „Priester, du sollst nicht ohne Liebe leben”) gleich ein Auge auf ihn wirft. Der Landwirt aber hat Probleme, immerhin will der gerissene Grundstücksspekulant Marlow (Tom Felleghy, „Django spricht kein Vaterunser“) seinen Besitz an sich reißen und einer Eisenbahngesellschaft zur Verfügung stellen. Als der mexikanische Bandit Alvarez (Pete White alias Franco Cobianchi, „Der lange Tag der Rache”) auf Marlows Geheiß die Gastfamilie des Flüchtigen überfällt, setzt Django mit dem gerissenen Lebemann Donovan (Rick Garrett alias Riccardo Garrone, „Bete, Amigo“) alles daran, den Schurken das Handwerk zu legen.

Mit gewohnter Brutalität und übertrieben humoristischer Synchronisation (Django am Pokertisch: „Es hat sich schon mal einer totgemischt. Die Beerdigung war letzte Woche.“) begeht Regisseur Garrone auch diese standardisierte Dutzendware. Hauptakteur Rassimov schlägt sich gewohnt achtbar, hat der plump zusammengeschusterten Handlung aber kaum ertragreiches entgegenzusetzen. Zur Vorhersehbarkeit gesellt sich noch die Unlogik, entbehren nicht wenige der angestrebten Maßnahmen doch jeder Zweckmäßigkeit. Am Ende stößt auch Kraft wieder zur Gegnerschaft hinzu, damit der falsche Django auch ja keine offenen Rechnungen zurücklässt. Ein Film ohne jede Raffinesse.

Wertung: (3 / 10)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.