Anaconda 3: Offspring (USA/RO 2008)

anaconda-3-offspringJa ja, Sony Pictures Home Entertainment und die preisbewussten Fortsetzungen populärer Kinofilme. Vom ’97er Horror-Trash „Anaconda“ gab man dergleichen direkt zwei in Auftrag und gewann mit Don E. FauntLeRoy („Mercenary for Justice“) einen unbedingt fehlbaren Regisseur. Mit ihm ließ sich das Budget noch weiter drücken, sparte man sich durch seine Multitasking-Talente doch gleich das Geld für einen Kameramann. Diese und andere Knauserigkeiten erlaubten schließlich die Verpflichtung eines Stars – wenn auch eines merklich abgehalfterten.

Denn kein geringerer als der ehemalige „Knight Rider“- und „Baywatch“-Heros David Hasselhoff macht jagt auf zwei ausgebüchste Riesenschlangen. Die entschwanden einem geheimen Forschungslabor im Osten Europas, wo auf Geheiß des kränkelnden Millionärs Murdoch (John Rhys-Davies, „Schwerter des Königs“) nach einem Heilmittel – nicht kleckern, klotzen heißt die Devise – für Krebs und Alzheimer gesucht wird. Und welches Lebewesen verspräche größere Erfolgschancen als genetisch modifizierte und damit brandgefährliche Anacondas? Eine rhetorische Frage mit beträchtlichem Unterhaltungswert.

Nachdem die Schlangen, eine davon trächtig, aus der Verwahrung der Wissenschaftler um die junge, selbstredend blonde Medizinerin Amanda (Crystal Allen, „Sabbatical“) entkommen sind, wird der bewährte Haudegen Hammett (Hasselhoff) mit einem Söldnertrupp auf die Pirsch beordert. Das führt zu schauspielerischen Auswüchsen für den Lachsack, Autofahrt-Rückprojektionen in Photoshop-Qualität und geradewegs erstaunlichem Blutverlust, wenn der Splatter-Anteil auch in eifrigem Dilettantismus am Heim-PC entstanden scheint. Für reichlich Action und Tempo ist also gesorgt – und geschieht gerade mal nix, lässt Amanda vorangestellte Opfer in Gedanken Revue passieren.

„Anaconda 3: Offspring“ ist natürlich Mumpitz durch und durch. Auf die ersten beiden, wohlgemerkt für die große Leinwand konzipierten Vorgänger traf dies jedoch ebenso zu. Ihrem Geiste wird FauntLeRoy also gerecht, überbietet durch die ausgewachsene Stupidität und die Restpräsenz von „The Hoff“, der durch den rumänischen Forst stapft, als habe er die Gebeine John Waynes inhaliert, aber gerade die Spaßbremse des zweiten Teils „Die Jagd nach der Blut-Orchidee“. Hier sorgen Riesenschlangen tatsächlich für Riesenvergnügen, vorausgesetzt der individuelle Niveaupegel wird artig unter Normalnull korrigiert.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

 

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