American Fighter (USA 1985)

americanfighterJa ja, die gute alte Ninja-Welle. Regisseur Sam Firstenberg war in den frühen 80ern für einige Filme mit den schwarz vermummten Kämpfern verantwortlich. Seinen größten Coup feierte er 1985 mit „American Fighter“, was gleichzeitig auch eine Art Startschuss für die Karriere des ehemaligen Models Michael Dudikoff durch die Gefilde des Actionfilms bedeutete. Natürlich stand die Action-Schmiede Cannon hinter diesem Film, in den 80ern die Produktionsfirma für Action-Unterhaltung.

Dudikoff war zwar schon zuvor in einigen Rollen zu sehen, aber seinen Durchbruch hatte er als „amerikanischer Ninja“ Joe Armstrong. Dieser wuchs ohne Eltern bei einem japanischen Meister auf, der ihm die Kampfkunst der Ninjas beibrachte. Jahre später kutschiert der Einzelgänger für die US-Army LKW auf den Philippinen. Als ein Konvoi von mysteriösen schwarzen Kämpfern attackiert wird, kann er erstmals seine Fähigkeiten einsetzen. Pfeile fängt der Gute im Schlaf. Die Kampfszenen gehen gemäß der damaligen Zeit völlig in Ordnung. Heutzutage wirkt all das natürlich etwas altbacken. Aber es kommen diverse Waffen zum Einsatz, was schon mal für Abwechslung im Dschungelgefecht sorgt.

Freunde macht Joe sich aber nicht, denn auch Soldaten sterben während des Angriffes. Aber er ist sich der Sympathien von Patricia (Judie Aronson) sicher, Tochter des ansässigen Truppenführers (Guich Koock). Dieser steckt mit dem Waffenhändler Ortega (Don Stewart) unter einer Decke, der sich zur Absicherung seiner Geschäfte eine private Ninja-Armee unter der Führung von Black Star Ninja (!) hält. Bevor es allen Bösewichtern aber ans Fell geht muss Joe noch die Gunst der eigenen Leute, allen voran von Curtis Jackson (Steve James) gewinnen. Aber: „Curtis Jackson ist Manns genug einen Fehler einzugestehen.“ Joe ist ein toller Bursche, gibt er bekannt, nachdem dieser ihm zünftig den Arsch versohlte. Das Army-Volk johlt sogleich und das muntere Ninja-Sterben kann dann auch endgültig beginnen.

„American Fighter“ bietet Unterhaltung für viele. Leute, die sich an trashigen Action-Kloppern unter lautem Lachen den Bauch halten kommen ebenso auf ihre Kosten, wie ernsthaft interessierte Fans jener Gattung Film. Inhaltlich ist der Film schlichtweg strunzdumm, die Geschichte mehr als an den Haaren herbeigezogen. Bunte Ninjas, ein Oberschurke, der sich liebevoll um deren Ausbildung kümmert, Waffenschiebereien zwischen Gangster und US-Armee, sowie ein mysteriöser japanischer Lehrmeister, der einfach nie altern mag und immer da ist, wenn man ihn braucht. Auch das hat der Film von Sam Firstenberg („Night Hunter“) zu bieten. Aber auch anständig choreographierte Kämpfe, in denen man den hiesigen Ninjas allerdings stets ihre angepriesenen Fähigkeiten abstreitig machen muss.

Es braucht eben Unmengen an Kanonenfutter für den mürrisch dreinblickenden Michael Dudikoff (auch „Night Hunter“) und dessen afroamerikanischen Buddy Steve James (auch „Night Hunter“). Dudikoff ist als Schauspieler zwar ähnlich begabt wie Steven Seagal, aber dennoch haben beide im B-Bereich Karriere gemacht. Allerdings sieht man auch deutlich, dass Dudikoff kein Mann des Fachs ist. Zu hölzern wirken teilweise seine Bewegungen im Nahkampf, wobei er mit dem Schwert eine erstaunlich gute Figur macht. Und spätestens im Finale fallen dann alle Hüllen, wenn im Granatenhagel Ninjas durch die Gegend fliegen und Steve James sich zum Zweikampf seines Hemdes entledigt. Freunde anspruchsloser B-Actioner aus den glorreichen 80ern kommen um „American Fighter“ einfach nicht herum. Der Film hat gewisses Kultpotential und sorgte zudem für unzählige Nachahmer nach stets gleichem Muster. Hirn also aus, Freunde einladen, Bier und Chipstüte auf und los geht’s.

Wertung: 6.0 Stars (6,0 / 10)

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