Alcoa / Choir Vandals – Split EP (2016, Bridge Nine Records)

Wer sagt, dass es bei Platten aus dem Hause Bridge 9 immer krawallig zugehen muss? Den (neuerlichen) Beweis erbringen ALCOA und die CHOIR VANDALS, die auf ihrer gemeinsamen Split-EP melodisch-melancholischen Klängen frönen und damit zweifelsfrei den Nerv eines aufgeschlossenen Publikums treffen.

Die ersten beiden Tracks gehören ALCOA. Das Nebenprojekt von DEFEATER-Frontmann Derek Archambault steuert zwei unveröffentlichte Stücke der Aufnahmen ihres 2015er-Langspielers „Parlour Tricks“ bei. „At Home“ lässt unterschwellig alternativ rockende Gitarren auf schwermütige Vocals und bedächtige instrumentale Entfaltung treffen. Die partiellen Ausbrüche, etwa beim einnehmenden Refrain, fügen sich dabei homogen in den Gesamtkontext ein. Ein starker Auftakt.

Das folgende „What a Fool“ fügt dem Rock schwelgerische Country-Einflüsse hinzu. Auch damit liegt die Band goldrichtig. Es geht nicht um größtmögliche Gefälligkeit, sondern Musik als Herzensangelegenheit. Um die Wirkung brauchen sich ALCOA, gerade aufgrund der herrlich unaufgeregten Herangehensweise, wahrlich keine Sorgen zu machen. Das trifft gleichermaßen auch auf die CHOIR VANDALS zu, deren Indie-lastige Spielart des Rock nicht minder gedankenverloren wirkt. Im besten Sinne.

Das Gespann aus St. Louis legt mit „Lucifer Yellow“ und „The Center“ zwei neue Songs vor, die mit düster säuselndem Gesang und vielseitiger Melodik punkten. Die Vocals rauschen mal beiläufig genuschelt und mal selbstbewusst kraftvoll aus den Boxen. Dazu regt das feine Zusammenspiel der Instrumente, gerade beim abschließenden „The Center“, zu beständigem Mitwippen an. Gemessen an der großen Qualität beider Bands könnte der Umfang der EP natürlich üppiger sein. Manchmal ist es aber auch einfach schön, sich auf mehr freuen zu können.

Wertung: 7.5 Stars (7,5 / 10)

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