30.04.2017 – Gnarwolves / Brvce Willis – Köln, Underground

Die GNARWOLVES sind eine der Punk-Bands der Stunde. Jenseits der Massenwahrnehmung haben sich die drei Briten binnen weniger Jahre als feste Größe etabliert und sind zum Garanten für mitreißende Konzerte avanciert. Der Auftritt im Kölner Underground erbrachte den neuerlichen Beweis – selbst wenn das magere Publikumsaufkommen gänzlich andere Schlüsse an der Entwicklung der Jungs zuließ.

Im Vorverkauf gingen gerade einmal schlappe 41 Tickets über die Ladentheke; schlussendlich pendelte sich die Zahl der Anwesenden bei rund 60 ein. Ob’s am veranstaltungstechnisch reichhaltig bestückten Abend vor dem 1. Mai oder dem parallel stattfindenden Groezrock lag? Vermutungen. Der Rest der (noch andauernden) Tour jedenfalls bescherte dem Trio deutlich größeren Zulauf. An der großen Klasse des Auftritts änderte das jedoch nichts. Zumal die ebenfalls aus UK stammende Vorband BRVCE WILLIS einen deutlich schwereren Stand hatte als der Headliner.

Denn der Sound im Vorprogramm war dermaßen matschig, dass sich bestenfalls erahnen ließ, dass dahinter eine vielversprechende, an TITLE FIGHT erinnernde Combo ihren Platz beanspruchte. Als gelungen konnte der immerhin mit artigem Applaus bedachte Auftritt daher kaum bezeichnet werden. Anders die GNARWOLVES: Mit starkem Klang im Rücken und ihrer zweiten Platte „Outsiders“ im Gepäck, sorgten die Mannen aus Brighton für Ausgelassenheit im quasi-verwaisten Underground.

Das Set bot – neben neuen Beiträgen wie „Straitjacket“, „Paint Me a Martyr“ und dem großartigen „Wires“ – Hits in Serie: solche wie „History is Bunk“, „Limerence“, „We Want the Whip“, „Community, Stability, Identity“, ,„Smoking Kills” oder „Bottle to Bottle“. Wer textsicher war, grölte mit, was das Zeug hielt, im direkten Vergleich zum denkwürdigen Auftritt im Kölner MTC im Herbst 2015 blieb der Einsatz des Publikums aber doch eher zurückhaltend. Für die GNARWOLVES spricht aber unbedingt, dass sie trotz des enttäuschenden Rahmens alles gegeben haben.

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