29.12.2017 – Die Dorks / Bei Bedarf – Berlin, Cortina Bob

Polit-Krawall zum Jahresabschluss. Mit den DORKS kann da eigentlich nichts schiefgehen. Die Deutsch-Punks aus dem Süden der Republik haben sich mit ihrer Metal-beeinflussten Spielart in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Das war auch im Cortina Bob zu spüren – selbst wenn die rund 40 Zuschauer im kleinen Kreuzberger Club wenig Lust verspürten, sich vor der Bühne richtig gehen zu lassen.

Die Stimmung war dennoch ausgelassen. Die als Vorband berufenen BEI BEDARF hatten daran einen nicht unerheblichen Anteil. Der Vierer aus der Hauptstadt servierte bei überraschend klarem Sound temporeich melodischen Punk-Rock in bester TERRORGRUPPE-Tradition, bei dem vereinzelt eingestreute Ska-Rhythmen für Auflockerung sorgten. Die kritischen Texte wurden gern mehrstimmig geschmettert und die Performance machte beständig Bock auf mehr. Ein Auftakt nach Maß.

Die deutlich stärker bejubelten Headliner teilten sich die Bühne zu sechst. Auf allzu umfängliche Ansagen wurde verzichtet. Überraschenderweise ebenso auf politische Parolen. Stattdessen ließen DIE DORKS ihre Texte sprechen, in denen die Oberbayern um Frontfrau Lizal kein Blatt vor den Mund nehmen. Ihre ironisch gefärbten Songs ließen sie – mit Ausnahme des eingedeutschten IRON MAIDEN-Covers „4 of the Dork“ – außer Acht. Stattdessen kamen die ernsten, die aufrüttelnden Nummern zum Tragen.

Das einstündige Set bestand in der Hauptsache aus Beiträgen ihrer letzten beiden Platten „Duschen auf Staatskosten“ (2014) und „Urlaub in der BRD“ (2016) – darunter „Der Schmutz unserer Straßen“, „System der Schande“, „Freund und Sterbehelfer“, „Keine Tränen für den Wohlstand“,  „Dreckige Saat“ und (als finale Zugabe) „Mit Bier gefüllte Deutsche“. Der Raumklang überzeugte, die Gesamterscheinung sowieso. Kurzum: Ein klasse Konzertabend, der fraglos mehr Publikumsinteresse verdient gehabt hätte.

Foto: Ivo H.

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